Berlin : Für Kindl geht’s im Osten weiter 120 Neuköllner Brauer nach Hohenschönhausen

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Historische Fabrikgebäude aus roten Klinkern, gewaltige Sud und Maischepfannen, in denen Hopfen und Bierwürze schäumen und eine ganze Batterie runder Gärtanks, jeder gut 20 Meter hoch: Das Schultheiss-Gelände an der Indira-Gandhi-Straße in Hohenschönhausen sieht aus wie eine Brauerei aus dem Bilderbuch. Rund 120 Millionen Liter der Marken Berliner Pilsner und Schultheiss werden dort jährlich als Fass- und Flaschenbier produziert. Doch nach der Entscheidung, die Neuköllner Kindl-Brauerei zu schließen, will die Radeberger Brau Holding künftig auch deren Marken Berliner Kindl, Rex Pils und Märkischer Landmann in Hohenschönhausen herstellen. „Unsere Brauanlagen müssen wir dafür gar nicht erweitern“, sagte gestern Holding-Sprecher Udo Dewies.

Wie berichtet, gehören beide Brauereien der Radeberger Gruppe. Sie will Kindl bis Ende dieses Jahres angesichts des zurückgehenden Bierabsatzes aus Kostengründen schließen und alle fünf Marken auf dem Braugelände an der Indira-Gandhi-Straße konzentrieren, dessen Produktionsanlagen viel zu groß ausgelegt sind. „Es gibt riesige Überkapazitäten, damit können wir auch noch die gesamte bisherige Kindl-Produktion von rund 900 Millionen Litern pro Jahr brauen und abfüllen“, sagt Udo Dewies.

Zuvor will seine Holding allerdings in diesem Jahr 20 Millionen Euro in die „Modernisierung“ des Standortes Hohenschönhausen stecken. Mit diesem Geld soll die Brau- und Abfülltechnik „effektiver“ gestaltet werden. Danach will man 210 Millionen Liter Bier der fünf Berliner Marken mit weniger Personal produzieren und verteilen, weshalb von den 280 Mitarbeitern der Neuköllner Kindl- Brauerei nur 120 künftig in Hohenschönhausen gebraucht werden. 160 Kindl-Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. „Für sie suchen Holding und Betriebsrat „sozialverträgliche Lösungen.“ CS

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