Berlin : Für Regenauffangbecken sollen Bäume in Frohnau fallen

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Anwohner des Frohnauer Edelhofdammes protestieren gegen die geplante Fällung von 62 Bäumen auf dem Mittelstreifen der Straße. Sie sollen dem Bau eines neuen Regenwasserauffangbeckens weichen. Jetzt wurde der Beginn der Arbeiten vorerst ausgesetzt.

Erst am Freitag hätten die Anwohner durch ein Rundschreiben des Grünflächenamtes von der für Mittwoch geplanten Fällung erfahren. Das berichtet Hans-Ernst Kreusler von einer spontan gebildeten Bürgerinitiative. 50 Anlieger unterzeichneten eine Resolution für den Erhalt der Bäume. Der Sprecher der Wasserbetriebe, Stephan Natz, erklärt, man handele im Auftrag der Stadtentwicklungsverwaltung. Diese zahlt für das Sammelbecken samt Kanalisation 1,8 Millionen Euro. Tatsächlich ist das Land Berlin für die Regenentwässerung der Straßen mitverantwortlich. Die Wasserbetriebe streiten gegenwärtig mit dem Senat um Vorleistungen in einer Höhe von rund 300 Millionen Euro. Vergangene Woche gewannen sie einen Prozess vor dem Verwaltungsgericht, bei dem es um einen Teilbetrag von 171 Millionen Euro ging.

Im Gegensatz zum größten Teil Berlins verfügt die vor knapp 100 Jahren angelegte Gartenstadt Frohnau über keine natürlichen Abflüsse durch Gräben und Kanäle. Deshalb wurden seinerzeit insgesamt 14 Auffangbecken angelegt. Doch die Kapazität des Beckens am Edelhofdamm reicht nicht mehr aus. Bei Starkregen kommt es häufig zu Überschwemmungen, läuft das Wasser in Keller und Garagen. Auch darüber gab es massive Anwohnerproteste. Hans-Ernst Kreusler dagegen findet, mit den gelegentlichen Überschwemmungen könne man leben.

Natz weist darauf hin, dass der Standort für das neue Becken in Abstimmung mit den Naturschutzverbänden eigens noch einmal verschoben worden sei, um besonders alte Bäume zu schützen.

Ob die Arbeiten nach dem vorläufigen Stopp noch in diesem Jahr beginnen werden, ist allerdings fraglich. Nach der Baumschutzverordnung sind Fällungen nur bis Ende Februar möglich. du-

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