• Für Umzug von BND, BKA und Verfassungsschutz: Körting: Alle Sicherheitsdienste müssen nach Berlin Für Umzug von BND, BKA und Verfassungsschutz – aber gegen schärfere Terror-Gesetze

Für Umzug von BND, BKA und Verfassungsschutz : Körting: Alle Sicherheitsdienste müssen nach Berlin

Nach den Anschlägen in London wird es keine Veränderung der Sicherheitsplanung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Berlin geben, sagte Innensenator Ehrhart Körting.

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In den Stadien werde es ein dichtes Sicherheitsnetz geben. Ein Risiko bei Veranstaltungen in der Stadt könne aber nicht ausgeschlossen werden, sagte der Innensenator im Interview mit dem Tagesspiegel (Seite 10). „Absolute Sicherheit gibt es nicht“, sagte Körting. In der Stadt „gibt es unendlich viele weiche Ziele“. Auch in Berlin könnte eine Kleingruppe einen Anschlag vorbereiten, ohne dass die Sicherheitsbehörden davon Kenntnis bekämen. Für eine effektive Terrorbekämpfung brauche es keine verschärften Terror-Gesetze. Notwendig sei vielmehr, dass sowohl der Bundesnachrichtendienst als auch das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz ihre Zentralen nach Berlin verlegen, sagte Körting. Sicherheit sei auch keine Frage des Personals. Der Anschlag in London habe gezeigt, dass die stärkere Überwachung des öffentlichen Raums zur Sicherheit nicht beitrage.

Auch BVG-Sprecher Klaus Wazlak sagte, dass die Videoüberwachung der Bahnhöfe „keine Garantie gegen Attentate“ biete. Dennoch sei die BVG bestrebt, die Zahl der Kameras zu erhöhen. Derzeit gebe es 850 Kameras in den 170 Bahnhöfen. In London seien es im deutlich größeren Netz etwa 2000. In allen Bussen und Bahnen, die die BVG seit 2004 neu bestellt hat, seien Kameras eingebaut; alte Fahrzeuge werden aus Geldmangel jedoch nicht nachgerüstet. Derzeit sind 166 Busse und 30 Straßenbahnen videoüberwacht.

Bei der Polizei gingen gestern telefonisch wieder diverse anonyme Drohungen ein, die jedoch sämtlich als nicht ernsthaft eingestuft wurden. Verdächtige Pakete wurden gestern nicht gemeldet. Am Donnerstagnachmittag hatte ein herrenloser Rucksack im U-Bahnhof Kurfürstendamm einen Polizeieinsatz ausgelöst. Doch der Rucksack war harmlos.

„Wir haben die Präsenz unserer Kräfte auch an den Berliner Flughäfen verstärkt“, sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums Ost, Ralf Werth. Für britische Fluglinien galten nach Informationen des Tagesspiegels auch an den deutschen Flughäfen schon vor den Anschlägen vom Mittwoch ähnlich hohe Sicherheitsmaßnahmen wie für US-Luftverkehrsgesellschaften.

Der Luftverkehr zwischen Berlin und London lief gestern völlig normal. Nur wenige Passagiere nutzten nach übereinstimmenden Angaben der Airlines die Möglichkeit zur Stornierung oder Umbuchung ihrer Flüge. Reisende, die wegen des vorübergehenden Zusammenbruchs des Nahverkehrsnetzes in der britischen Metropole die Londoner Flughäfen verspätet erreichten, konnten gestern zurück nach Berlin problemlos mit anderen Maschinen transportiert werden. „Bei uns läuft eigentlich alles normal“, sagte Easyjet-Sprecher Oliver Aust (drei tägliche Flugpaare zwischen Schönefeld und Luton). Es gebe auch kaum Stornierungen. „Der Flugbetrieb läuft normal, die Stornierungen liegen im üblichen Bereich“, erklärte auch Alexander Braun von British Airways (fünf tägliche Flugpaare zwischen Tegel und Heathrow). (mit ari, -du)

Auch gestern legten Trauernde Blumengebinde vor der britischen Botschaft in der Wilhelmstraße ab. Auf einem Brief stand „Wir stehen an eurer Seite“. Eine Frau gab beim Personal einen großen Blumenstrauß für den Botschafter ab als Ausdruck des Mitgefühls für die vielen Opfer des Anschlages von London.

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