Berlin : Fürs Leben lernen

Gerd Nowakowski

Lebenslanges Cafeteria-Verbot! Dagegen ist das verordnete Nachsitzen im Karzer für Oberprimaner Pfeiffer aus Rühmanns „Feuerzangenbowle“ nahezu liberal zu nennen. Und dazu hängt der Direktor der Bergius-Schule auch noch das Foto jener Schüler aus, die sich daneben benommen haben. Die werden freilich schnell begreifen, dass „lebenslang“ nur bis zum Ende der zehnten Klasse dauert. Zum Glück. Auch ansonsten scheint die Wirkung zweifelhaft. Was lehrt uns das? Es gibt gewisse Unterschiede zwischen Regeln und Repressionen – erstere haben was mit demokratischer Gesellschaft zu tun, letztere mit Obrigkeitsstaat. Es ist gut, wenn sich Berliner Schulen klare Regeln geben, die auch eingehalten werden – von Pünktlichkeit bis zum Gebot, Deutsch zu sprechen. Es hört auf, wenn Schüler an den Pranger gestellt werden. Den jungen Menschen wollen wir doch Ethik und Werte beibringen, auch demokratische Prinzipien. Etwa die Achtung vor Persönlichkeitsrechten und Datenschutz. Von oben herab, gegen die Schüler, das hat schon bei Pennäler Pfeiffer nicht funktioniert.

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