Berlin : Füße im Sand, Musik in den Ohren

Zehntausende machten sich auf den Weg zu „Energy in the Park“ am Wannsee

Sebastian Leber

Wer versteht schon diese Deutschen? Veranstalten ein riesiges Festival, bauen eine schwimmende Bühne im Wannsee auf, laden ein Dutzend Bands und 30 000 Besucher ein. Und dann das: Nirgendwo gibt es Mineralwasser ohne Kohlensäure!

Da müssen Marlon und Preteesh jetzt durch. Die beiden Londoner sind zusammen Mattafix, ein junges HipHop-Duo aus London. Beim diesjährigen „Energy in the Park“ gehören sie zu den Stars. Wie im Vorjahr hat der Radiosender NRJ Hörer an diesem warmen Samstagabend ins Strandbad Wannsee eingeladen. Alle Karten sind verlost worden, auch einige Tagesspiegel-Leser haben Gratistickets bekommen. Weil die Sonne knallt, legen sich die ersten schon mittags in den Sand, vier Stunden vor dem ersten Song. Gebadet werden darf nur im eng abgegrenzten Uferbereich, damit niemand auf die Idee kommt, die Bühne zu entern.

Die schwimmt 30 Meter entfernt auf einem Ponton. Wäre nebenan nicht die Riesenleinwand, auf der die Künstler in Nahaufnahme zu sehen sind, man könnte meinen, da stehe Xavier Naidoo auf der Bühne. Aber nein, es ist Sebastian Hämer. Noch nicht ganz so bekannt, aber auch mit Wahnsinnsstimme.

Je später der Nachmittag, desto prominenter werden die Künstler. Die Popband Silbermond aus dem sächsischen Bautzen ist überwältigt von der Kulisse, muss nach vier Songs aber wegen eines vorübergehenden Stromausfalls ihren Auftritt abbrechen. Die „Black Eyed Peas“-Frontfrau Fergie ist gekommen, um ihr erstes Soloalbum vorzustellen. Und Popsängerin Stacie Orrico freut sich, dass ihr Auftritt am Ende doch noch geklappt hat. Sie hatte mehrere Instrumente in den USA vergessen.

Die Veranstalter sind hoch zufrieden. Und legen sich gleich fest, dass nächsten Sommer wieder im Strandbad gefeiert wird. Dann schon zum fünften Mal. Einen unsicheren Moment müssen die Veranstalter aber noch durchleben: In der Pause zwischen zwei Bands reicht der Moderator das Mikro an André weiter. André aus Hamburg, und neben ihm, knietief im Wasser, steht seine Freundin Sandra. Kein romantischer Ort für einen Heiratsantrag. Aber schon hat Sandra das große NRJ-Mikrofon unter der Nase und soll antworten. Kurzes Zögern, ein Blick zum Moderator, eins aufs Mikro. Dann das Ja. Glück gehabt, die Party kann weitergehen.

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