Furcht vor Krawall: : Polizei macht Druck beim BFC Dynamo

Die Behörde droht mit einem Spielverbot bei Randale. Der Klub reagiert und erteilt 40 Schlägern Stadionverbot.

Jörn Hasselmann

Die Polizei macht jetzt beim Fußballverein BFC Dynamo Druck. Wenn es in den kommenden Spielen wieder zu Krawallen komme, sei ein Spielverbot denkbar. „Wenn wir die Gefahr nicht anders abwehren können, käme sogar eine Absage infrage“, bestätigte eine Polizeisprecherin. Dies habe man dem Verein nun in einem Sicherheitsgespräch angekündigt. Am heutigen Sonntag spielt der BFC Dynamo um 14 Uhr bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC. Im vergangenen Jahr hatte es bei der Partie gegen den 1. FC Union – die beiden Fanszenen sind traditionell verfeindet – massive Krawalle und einen Spielabbruch gegeben. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte dem Klub eine Mitschuld an der Randale gegeben, die trotz der eingesetzten 1000 Polizisten nicht verhindert werden konnte.

Der Verein reagierte gestern alarmiert. In einer Erklärung heißt es: „Der BFC Dynamo steht nach wie vor unter besonderer Beobachtung durch die Polizei. Alle müssen sich darüber im Klaren sein, dass jegliches Fehlverhalten unserer Fans eklatante Folgen für unseren Verein haben kann.“ Im schlimmsten Fall könne es einen Ausschluss der ersten Männermannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb nach sich ziehen.“ Diese Erklärung wurde im Internet veröffentlicht und soll heute allen Fans in die Hand gegeben werden. Rainer Lüdtke, Fanbeauftragter des Vereins, teilte mit, dass gegen 40 Hooligans Stadionverbote ausgesprochen worden seien. Der Vereinsvorstand teilte mit, dass es neben Stadionverboten auch Vereinsausschlüsse geben werde, falls Mitglieder sich an Krawallen beteiligen. Lüdtke betonte aber auch, dass es zuletzt im Stadion keine Vorfälle mehr gegeben habe. Die von der Polizei genannten Vorfälle seien „zumeist außerhalb der Verantwortlichkeit“ des BFC geschehen.

Seit Monaten klagt die Polizei darüber, dass bei brisanten Dritt- und Viertligaspielen genauso viele Beamte im Einsatz sein müssen wie bei Erstligaspielen von Hertha. Zuletzt waren gegen Ende der vergangenen Saison 1350 Polizisten in Köpenick im Einsatz, um die Fans von 1. FC Union und Dynamo Dresden auseinanderzuhalten. Weite Teile Köpenicks waren damals über Stunden für Autos unpassierbar gewesen, vor dem Stadion hatte die Polizei Wasserwerfer und Räumpanzer aufgefahren. Polizeipräsident Glietsch hatte gesagt: „Es ist dem Steuerzahler auf Dauer nicht zuzumuten, dass Fußballspiele dieser Art mit derart hohem Aufwand polizeilich begleitet werden müssen.“

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