Berlin : Furchtlos heiter: Gedenken an Bärbel Bohley

Sie war „ein großes Talent der Antipolitik“ und wirkte doch „eminent politisch“, sagt der ehemalige Bürgerrechtler Jens Reich über seine verstorbene Mitstreiterin Bärbel Bohley. Am Samstagabend erinnerten Freunde, Verwandte und Weggefährten in der Akademie der Künste an die Mitgründerin des Neues Forums und die „Schlüsselfigur“ der Bürgerrechtsbewegung in der DDR. Der große Plenarsaal der Akademie war zu klein für die rund 400 Gäste des Gedenkabends.

Gekommen waren auch die Witwe des DDR-Dissidenten Robert Havemann, Katja Havemann, und die Fraktionschefin der Bündnisgrünen im Bundestag, Renate Künast. Die Geschichte Bohleys ist eng verknüpft mit der grünen Partei der 80er Jahre. Daran erinnerte der Grünen-Politiker Lukas Beckmann. So war die damalige Grünen-Ikone Petra Kelly eine Vertraute der Ost-Berliner Bürgerrechtlerin. Ihre Schwägerin Heidi Bohley verwies auf die „Ruinen-Erfahrungen“ von Bärbel Bohley, die 1945 geboren wurde. Mit ihrem späteren Engagement als Aufbauhelferin im zerstörten Sarajewo schloss sich also ein Kreis. Dazu passt Bohleys Ermutigungs-Botschaft: „Man muss nicht oben sitzen“, um etwas zu erreichen. Sie blieb lieber unten bei den Menschen, war aber „nie befangen vor großen Namen“, sagte Jens Reich. Was viele bis heute bewundern, ist ihre „heitere Furchtlosigkeit“, mit der sie Opposition machte. loy

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