Fußball : Berlin bewirbt sich für die EM 2020

Der Deutsche Fußball-Bund muss sich bis Ende August für die Hauptstadt oder München als Austragungsort entscheiden. Entscheidend ist auch die internationale Erreichbarkeit. 2020 sollte der Berliner Flughafen aber ja dann auch fertig sein.

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Licht an,Fahne raus.Im August steht fest, ob in Berlin wieder ein großes Fußball-Turnier ausgetragen wird. Das letzte ist ja schon ein paar Jahre her. [
Licht an,Fahne raus.Im August steht fest, ob in Berlin wieder ein großes Fußball-Turnier ausgetragen wird. Das letzte ist ja schon...Foto: picture-alliance/ dpa

Jetzt ist es amtlich: Berlin bewirbt sich beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2020. Dabei könnten die Berliner eines von zwei möglichen Veranstaltungspaketen erhalten. Das erste umfasst drei Gruppenspiele der Vorrunde und ein Viertelfinale, das zweite die beiden Halbfinalspiele und das Endspiel. Der Deutsche Fußball-Bund will sich Ende August entscheiden, ob er sich mit München oder mit Berlin für die EM 2020 bewerben will.

„Berlin hat in der Vergangenheit nachgewiesen, dass die Stadt ein hervorragender Standort für Fußball-Großereignisse ist“, sagte am Dienstag Sportsenator Frank Henkel (CDU). Er erinnerte an die WM 2006 oder das Eröffnungsspiel der Fußball-WM der Frauen im Jahr 2011. Derzeit laufen Bewerbungen des Landes für die Tischtennis-EM 2015, das Eröffnungsspiel der Handball-WM der Frauen 2017, die Leichtathletik-EM 2018. Und am Dienstag nun beschloss der Senat die Bewerbung um Spiele der EM 2020.

Zum 60-jährigen Jubiläum des europäischen Fußballverbandes (Uefa) wird die EM erstmals mit 24 Mannschaften in dreizehn europäischen Ländern ausgetragen. Die Chancen des DFB, entweder Vorrundenspiele auszurichten oder die Halbfinalspiele und das Endspiel, stehen gut.

Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, steht als Austragungsort das Olympiastadion fest, „das als Spielort höchsten Ansprüchen genügt und immer wieder mit Bestnoten bewertet wird“, sagte Henkel im Mai nach der schriftlichen Interessenbekundung des Landes beim DFB. Das Stadion hatten die Architekten von gmp, die auch den Flughafen in Schönefeld entworfen haben, vor bald zehn Jahren umbauen lassen. Mehr als 240 Millionen Euro hatte der Umbau gekostet – das Stadion erhielt steilere Ränge, mehr Komfort, neue Vip-Tribünen, unterirdische Parkhäuser und vor allem: ein Dach – , während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fanden hier viele Spiele statt, darunter auch das Finale.

Auch das Maifeld wurde umgebaut. Dort entstanden riesige Zelte, in denen Medien arbeiten konnten und Vips feierten. Im Olympiastadion soll 2015 das Finale der Champions League stattfinden, eines der wichtigsten Sportereignisse der Welt. Dafür hatte sich Berlin viele Jahre zuvor vergeblich beworben.

Die größte Hürde für Berlin bildet die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes Ende August zwischen München und der deutschen Hauptstadt. „Das ist total offen“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach dem Tagesspiegel. Zwischen dem Berliner Olympiastadion und der Münchner Allianz-Arena gebe es keine großen Unterschiede, erklärte Niersbach, wichtiger seien weiche Faktoren wie: die Erreichbarkeit oder die Hotelkapazitäten.

Außerdem schreibe das Pflichtenheft des europäischen Fußballverbandes einen internationalen Flughafen vor. Ein Grund mehr für die Berliner Flughafenbauer, den neuen Großflughafen in Schönefeld dann doch bitte bis zum Jahr 2020 zu eröffnen. Aber das sollte zu schaffen sein. Sabine Beikler/Benedikt Voigt

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