Berlin : Fußball gucken, bis der Staub sich gelegt hat

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Nach 25 Jahren in der Verkaufsabteilung eines Weltkonzerns reichte es Eugen Löbler. Ständig auf Reisen, aber nie Urlaub, und überhaupt: Es blieb das Bedürfnis, noch einmal etwas anderes zu machen. Eine nette Kneipe, eine Bar, eine gute Currywurstbude – am Ende wurde es das Tabakwarenfachgeschäft an der Kant-/Ecke Windscheidstraße in Charlottenburg. Damals war er noch nicht wie heute ein „begeisterter Nichtraucher". Er kannte den Laden und übernahm ihn, als die Besitzer aufhören wollten.

Vor kurzem hat er vergrößert, eine kleine Kneipe nebenan mit dazugenommen. Jetzt stehen 110 laufende Meter Regalfläche voll mit Tabakwaren, Presse, na klar, aber auch Schreibwaren und, im begehbaren Humidor, Zigarren. Seine Spezialität sind spanische, die kennen die Leute aus dem Urlaub, sagt er, und bekommen sie in Berlin nur schwer – außer bei ihm. Doch die Mehrzahl seiner Kunden sei Laufkundschaft, schätzt er.

Und das galt gestern im Wortsinn: Regenschauer gingen nieder, und obwohl England und Argentinien sich ein rassiges Duell lieferten, eilten die Leute am Schaufenster vorbei, in dem der Fernseher steht. Nur zwei Handwerker, die ein paar Häuser weiter Dielen abschliffen, kamen in Abständen vorbei und guckten Fußball – bis der Staub an ihrem Arbeitsplatz sich wieder gelegt hatte. how

Beim Tagesspiegel-Tippspiel hat kein Teilnehmer den Spielausgang vorausgesehen. Als Gewinner gelost wurden Gudrun Duschner, 91074 Herzogenaurach, Robert Voß, 13593 Berlin, und Dietmar Buschmann, 14057 Berlin.

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