Fußball-Randale : Schwere Vorwürfe gegen Berliner Polizei

Nach den Krawallen am Rande der Regionalliga-Partie Hertha BSC II gegen Dynamo Dresden erwägt der Dresdner Verein eine Klage. Der Vorwurf: Berliner Polizisten hätten die Auseinandersetzungen "bewusst provoziert".

Dresden - "Wir prüfen, ob und inwieweit wir rechtliche Schritte einleiten können", sagte Vereinssprecher Peter Tauber. Bisher sei ihm zudem von drei Strafanzeigen bekannt, die Dynamo-Fans wegen Körperverletzung gegen die am Einsatz beteiligten Sicherheitskräfte gestellt hätten. Tauber zufolge hält der Verein an dem Vorwurf fest, dass es von Seiten der Berliner Einsatzkräfte einen "ungeheuerlichen Gewaltausbruch" gegeben habe. Die Vereinsspitze hatte bereits am Wochenende den Verdacht geäußert, dass die Polizei die Auseinandersetzungen "bewusst provoziert" habe.

Am Freitagabend waren nach Ausschreitungen bei dem Auswärtsspiel von Dynamo Dresden bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC unter anderem 23 Polizeibeamte verletzt worden. Laut Berliner Polizei begannen die Krawalle, als die Heimmannschaft kurz vor Spielende den Ausgleich zum 1:1-Endstand schoss. Dresdner Fans attackierten den Angaben zufolge Polizisten derart heftig, dass diese sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr setzten. Die Dynamo-Spitze warf den Einsatzkräften hingegen vor, "wahllos und mit ganzer Härte auf Fans, Frauen, Männer und Kinder" eingeschlagen zu haben.

Tauber zufolge wird der Verein konsequent gegen diejenigen Dresdner Anhänger vorgehen, die für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Berlin verantwortlich gemacht werden können. Zusätzlich zu einem Stadionverbot werde Dynamo versuchen, die Täter im Fall einer Vereinsstrafe durch den Deutschen Fußballbund (DFB) dafür haftbar zu machen. (tso/ddp)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar