Berlin : Fußball-WM 2006: Böger: Endspiel auf jeden Fall in Berlin

Ingo Bach

Berlin wird nach Angaben von Sportsenator Klaus Böger (SPD) bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 Austragungsort von sechs Spielen sein. Es liege zwar noch keine offizielle Entscheidung des Organisationskomitees vor, doch sei es sicher, dass in Berlin das Endspiel und fünf weitere Gruppenspiele stattfänden, bestätigte der Pressesprecher des Senators, Thomas John. Laut Grundplanung des Organisationskomitees finde das Finale im Berliner Olympiastadion statt - "unabhängig davon, wo das Internationale Medienzentrum gebaut wird", glaubt der Sportsenator. Denn noch ist offen, wo das Medienzentrum, aus dem rund 30 000 Journalisten weltweit von der WM berichten sollen, eingerichtet wird. Berlin habe gute Chancen auf den Zuschlag, ist sich Böger sicher. Das endgültige Votum des Organisationskomitees sei erst im nächsten Jahr zu erwarten.

Bögers Optimismus fußt auf einem Dementi von DFB-Direktor Wolfgang Niersbach. Niersbach war mit den Worten zitiert worden, dass München "nach wie vor die besten Chancen" als Standort des Medienzentrums habe. Dies wurde als eine Art Vorentscheidung pro München interpretiert. Doch habe er das so nicht gesagt, dementierte Niesbach inzwischen.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Auch Berlins fußballbegeisterte Wirtschaftssenatorin Juliane von Friesen geht davon aus, dass das Rennen um das Medienzentrum noch völlig offen ist. "Eine schwierige, aber interessante Herausforderung", sagt von Friesens Pressesprecher, Claus Guggenberger. Bisher sei der Kampf um das Medienzentrum von Berlin nicht mit dem nötigen Nachdruck geführt worden. Dies werde sich nun ändern. "Die Senatorin wirbt von nun an offensiv um den Zuschlag."

Die Kosten für das Medienzentrum, die die Messegesellschaft übernehmen soll, werden auf 160 bis 200 Millionen Mark geschätzt. Diesen Kosten stünde ein enormer Prestigegewinn gegenüber, sagt Guggenberger. "Wenn zigtausend Journalisten aus der Stadt berichten, dann lenkt das das Interesse der Welt auf Berlin, und damit auch das Augenmerk von potenziellen Investoren."

Das Olympiastadion wird für die WM gerüstet sein, betont Sportsenator Böger. Trotz des derzeitigen Streits um die Entsorgung von PCB-verseuchtem Material im Stadion. Der Senat hat sich mit der Baufirma Walter Bau AG, die das Stadion derzeit saniert, auf ein Schiedsverfahren "hinsichtlich der finanziellen Belastungen" geeinigt. Beide Seiten verhandelten gestern Nachmittag über die Verteilung der Entsorgungskosten, die die Senatsbauverwaltung auf zehn bis zwölf Millionen Mark schätzt. Der Sanierungszeitplan sei davon nicht beeinträchtigt, sagt Bögers Pressesprecher, Thomas John. "Das Pokal-Endspiel im kommenden Mai ist nicht gefährdet."

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