Fußballfieber : EM-Köpfe

Am Dienstag tritt Griechenland gegen Schweden an, ab 20:45 Uhr in Salzburg. Im multikulturellen Berlin fiebern Fans aus aller Welt mit ihren Mannschaften mit. Einen von ihnen stellen wir täglich vor. Heute: Konstantinos Athanasakos (31) Pianist und Fußballfan

Konstantinos Athanasakos (31)
EM-Köpfe
Konstantinos AthanasakosFoto: Kai-Uwe Heinrich

Wer mit griechischen Fans Fußball guckt, sollte sich auf eine laute Geräuschkulisse vorbereiten, sagt Konstantinos Athanasakos: „Ob wir gewinnen oder verleren – es wird bestimmt nicht langweilig.“ Der Grieche Konstantinos Athanasakos ist Musiker, Pianist, der vor allem klassische Musik spielt. Er gibt Konzerte, private Klavierstunden an Schüler und Profimusiker. Er hält Vorlesungen in Europa und den USA. Und er ist Fußballfan.

Viel hat der 31-Jährige schon von der Welt gesehen. Ursprünglich kommt er aus Athen, studierte in den USA – in Boston und Indiana – und in Paris. Vor gut einem Jahr hat der Pianist dann Berlin zu „seiner Basis“ gemacht, weil er einen Tapetenwechsel brauchte. Er kannte die Stadt schon von Konzertreisen und sagt nun: „Berlin ist ideal für klassische Musik.“ Hier gebe es eine lange Tradition, zum Beispiel mit den Berliner Philharmonikern. Außerdem hat er den Eindruck, dass Berlin anders als New York oder Paris noch auf dem Weg nach oben sei: „Berlin hat noch mehr zu geben!“ Doch es ist nicht nur die Musik, die dem Griechen hier so gut gefällt, sondern auch die Atmosphäre, die multikulturelle Gemeinschaft: „Hier sind Leute aus aller Welt.“ Das Niveau der Kultur in Berlin sei sehr hoch, schwärmt er, dennoch hätten sich die Leute eine informelle Art des Umgangs bewahrt.

In Berlin verfolgt Athanasakos auch die Spiele der Europameisterschaft. Wo genau er heute abend die Begegnung Griechland gegen Schweden anschauen wird, weiß er nicht nicht: Das hängt davon ab, wo er vorher gerade einen Termin habe und gut hinkommt. Wahrscheinlich aber zusammen mit anderen griechischen Fans. „Wenn wir gewinnen, würde ich die nächsten Spiele mit größerer Erwartung anschauen: Das würde uns hoffen lassen, dass wir den Sieg von vor vier Jahren wiederholen können“, sagt er. Eine Voraussage, ob sie es dieses Jahr ins Finale schaffen, will er zwar nicht wagen. Das aktuelle griechische Nationalteam sei aber viel besser als das des Jahres 2006: „Das Durschnittsalter der Spieler ist geringer und der Trainer hat mehr strategische Möglichkeiten.“ höh

Fußball auf Griechisch gibt’s heute Abend in vielen griechischen Lokalen, zum Beispiel im „Dimokritos“ in der Arndstraße 12 in Kreuzberg.

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