Berlin : Fußpfleger gesucht

NAME

Tiergarten. „Wer bepflanzt meinen Fuß?“, steht auf den Schildern an den Bäumen der Potsdamer Straße. Ungefähr jeden dritten Baum zwischen Lützow- und Kurfürstenstraße hat die Interessengemeinschaft „IG Potsdamer Straße“ auf diese Weise beschildert. „Die Baumscheiben liegen brach“, sagt Marik Foeller von der Interessengemeinschaft Potsdamer Straße. Dabei sei das eine „Fläche, die man nutzen kann“. Vor etwa sieben Wochen ist den Mitgliedern der IG die Idee gekommen, ihre Straße mit einer Bepflanzungsaktion zu verschönern. „Naturbezogen, aber stadtverträglich“, wie Foeller meint. So kam man auf Wildstauden als Alternative zur kargen Erde. Ein Musterbeet hat die Interessengemeinschaft bereits bepflanzt. Rund um den Baum an der Potsdamer Straße 151 grünen und blühen nun Staudenpflanzen. Nur der Zaun fehlt noch – zum Schutz vor Hunden.

„Der Hunde-Urin ist eines unserer Hauptprobleme“, sagt Wolfgang Leder vom Straßen- und Grünflächenamt Mitte, der erst vom Tagesspiegel von der Bepflanzungsaktion erfuhr. „Es wäre gut, wenn wir über solche Aktionen im Vorfeld informiert würden,“ sagt der Leiter der Baumpflegeabteilung in Richtung Interessengemeinschaft. Dennoch – sein Amt stehe hinter dem Projekt. „Wir unterstützen alle Initiativen zur Verschönerung der Stadt“, erklärt Leder. In der Pohlstraße und der Torfstraße würden bereits ähnliche Projekte unterstützt. Aufgrund der finanziellen und personellen Situation könne der Bezirk sich nicht mehr um die Pflege jedes einzelnen Baumes kümmern. 450 000 Straßenbäume besitzt Berlin. Viele davon sind schwer geschädigt. „Das kann nur gut sein“, lobt Leder das Engagement der Anwohner – sagt aber auch: „Man muss dranbleiben. Sonst ist alles schnell wieder kaputt.“

Das sieht die Interessengemeinschaft genauso. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Anwohner in das Projekt mit einzubeziehen, die sich langfristig um die Pflege kümmern. „Damit das auch schön bleibt“, sagt Foeller. Jeder Helfer erhält für das Anlegen der Beete 15 Euro. Bisher haben sich 18 Interessenten gemeldet, die ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen wollen. Finanziert wird das Projekt zum einen aus Eigenmitteln der Interessengemeinschaft, zum anderen durch Beträge von Sponsoren. Rund 700 Euro kostet die Bepflanzung einer Baumscheibe. Unter anderen unterstützen die Berliner Stadtreinigung, die Commerzbank, Gewerbetreibende der Potsdamer Straße und der Naturschutzbund das Projekt. Viola Volland

0 Kommentare

Neuester Kommentar