Berlin : Galerie C O darf länger bleiben

Eigentlich sollte im März Schluss sein im Postfuhramt. Jetzt kam alles anders

von

Die bekannte Berliner Galerie C/O sollte ursprünglich Ende März aus dem Postfuhramt ausziehen. Doch nun akzeptiert der Investor Ausstellungen in dem historischen Gebäude mindestens bis zum Ende des Jahres. Eine entsprechende Zwischenvereinbarung wurde am Montagabend nach Investorangaben von C/O Berlin und dem neuen Besitzer des historischen Postfuhramts an der Oranienburger Straße in Mitte unterzeichnet.

Möglicherweise könnten die Ausstellungen sogar bis Ende nächsten Jahres in dem Gebäude stattfinden, hieß es beim Investor. Dies sei jedoch abhängig von Genehmigungsverfahren für anstehende Restaurierungsarbeiten. Nach Abschluss der Umbauten könne die C/O wieder Mieter werden. Zwei Ausstellungen konnten so verlängert werden, vier weitere sind angekündigt. Für Mirko Nowak, Sprecher der Galerie, liegt die Zukunft der C/O nach Ende dieses Jahres jedoch weiter im Ungewissen. Man wisse wenig darüber, wie sich der neue Besitzer das umgebaute Postfuhramt vorstelle und welche Mieter dort einziehen sollten, so Nowak. Deshalb bleibt die Galerie auf der Suche nach einem neuen Standort.

Die Galerie war vor sechs Jahren zur Zwischennutzung ins Postfuhramt gezogen und hatte seither mit zahlreichen internationalen Fotografieausstellungen auf sich aufmerksam gemacht. Ein Höhepunkt des öffentlichen Interesses war 2009 die Retrospektive der amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz, vor der sich regelmäßig Besucherschlangen bildeten. Das dreigeschossige Eckgebäude mit Backsteinfassade entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Seit 1995 die Nutzung durch die Deutsche Post endete, wird über die Zukunft der Immobilie spekuliert.

Die aktuelle Retrospektive von Robert Mapplethorpe sowie Shoot! werden bis 1. Mai verlängert. Weitere Höhepunkte sind Werkschauen von renommierten Fotografen wie Gregory Crewdson und Fritz Eschen, der Deutsche-Börse-Photography-Prize 2011 und die von C/O Berlin kuratierte Ausstellung „Bilder der Ohnmacht“.Henning Onken

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben