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Berlin : Ganz Berlin zieht an die Alster

Als Erster geht Udo Walz, am Ende macht Angela Merkel das Licht im Kanzleramt aus. Ein Jahresrückblick auf 2006 von Bernd Matthies

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Januar: Der Berliner Presseball, fast schon ein wenig in Vergessenheit geraten, macht Schlagzeilen. „Berlins Ladys – wie gerupfte Hühner!“, titelt eine Boulevardzeitung, „was ist denn mit unseren Friseuren los?“ Den zahlreichen Society-Beobachtern der Stadt fällt überdies auf, dass Sabine Christiansen und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren ersten Auftritten im neuen Jahr seltsam schlecht frisiert waren. Dann bringt ein Anruf Klarheit: Udo Walz hat die Stadt verlassen. Er wird wenig später in Hamburg aufgespürt, wo er mitteilt, Bürgermeister Ole von Beust habe ihn zum Wechsel überredet. Zum Paket gehöre auch, dass er den Frisiersalon im Hamburger Rathaus übernehme und exclusiver Hairstylist des Hafengeburtstags werde. Berlin ist schockiert.

Februar: Aus der Bahn-Zentrale sickert ein neuer Geheimplan durch. Der ICE aus Hamburg soll nach der Fertigstellung des Hauptbahnhofs dort nur noch montags und mittwochs sowie an Sonn- und Feiertagen halten, an allen anderen Tagen dagegen ohne Halt nach Königs Wusterhausen durchfahren. Damit werde man dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen gerechter und vermeide überflüssige Verzögerungen, heißt es in der Umgebung von Bahnchef Mehdorn. Der Hauptbahnhof erhalte dafür bessere Regionalverbindungen zum Beispiel nach Neuhardenberg und in den Elbe-Elster-Kreis.

März: Die Behindertenverbände formulieren scharfen Protest gegen die Privatisierungspolitik des Senats. Seit 1. März schalten die von einem portugiesischen Betreiber übernommenen Fußgängerampeln der Stadt nur noch gegen Einwurf von 50 Cent auf Grün. Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner will sich dafür einsetzen, dass elektronische Zeitkarten für Bedürftige zu einem ermäßigten Tarif ausgegeben werden. Sabine Christiansen zieht mit ihrer Sendung nach Hamburg um. Finanzminister Steinbrück, CDU-Generalsekretär Roland Pofalla und Gregor Gysi gründen deshalb unter großer Anteilnahme der Hamburger Presse eine Wohngemeinschaft im Schanzenviertel.

April: Bahnchef Mehdorn wird zur Bundeskanzlerin einbestellt und soll Auskunft über seine Pläne zur Gestaltung des Berlinverkehrs geben. Anschließend teilt er mit, dass er als Zeichen der Aufgeschlossenheit gegenüber Berlin nun auch zwei Früh-ICEs am Donnerstag am Hauptbahnhof halten lassen werde, auch wenn dies unwirtschaftlich sei. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) verkündet ihren sofortigen Umzug nach Hamburg: Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die Hafenstadt enorme logistische Vorteile bei der Entsorgung biete und den Anschluss an den internationalen Markt verbessere. Außerdem werde man die Stadtreinigung Hamburg (SRH) übernehmen, um betriebswirtschaftliche und müllstrategische Verbesserungen zu erreichen.

Mai: Im Abgeordnetenhaus wird heftig darüber diskutiert, ob Sicherheitskräfte, die die Münzeinwürfe an den Fußgängerampeln überwachen, auch körperliche Gewalt einsetzen dürfen. Ein „erhöhtes Überquerungsentgelt“ von 40 Euro für Schwarzgänger wird eingeführt. Der Plan, nun auch für das Durchfahren des Tiergartentunnels Maut zu erheben, wird zunächst vertagt. Der Tunnelbeauftragte Manfred Stolpe teilt mit, da mit der Fertigstellung der Tunnelsoftware und damit der Eröffnung des Bauwerks für den gesamten Verkehr ohnehin erst im zweiten Quartal 2007 zu rechnen sei, könne diese Frage auch später gelöst werden.

Juni: Die Müllprobleme Berlins nehmen zu. Wegen eines schweren Unfalls am Autobahndreieck Wittstock/Dosse trifft die Müllwagenflotte aus Hamburg an einem Montag erst gegen 14 Uhr in Berlin ein, unzählige Tonnen bleiben ungeleert. Bürgermeister Klaus Wowereit nimmt erstmals Stellung zur neuen Partei „Bürger für Hamburg“, die im September zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin antreten will und sich für den politischen und wirtschaftlichen Anschluss Berlins an Hamburg ausspricht. Die SPD stehe für Berlin, sagt er, eine Koalition komme nicht in Betracht und sein Wahlziel sei „30 plus x minus Hamburg“

Juli: Der Berliner Hauptbahnhof wird feierlich in Betrieb genommen. Bundeskanzlerin Merkel setzt durch, dass der erste, festlich geschmückte ICE mit ihr als Ehrengast erst um 10 Uhr 30 in Hamburg abfährt: Es heißt, Udo Walz habe ihr keinen früheren Termin als acht Uhr geben können. Großes Aufsehen erregt Bahnchef Mehdorn, der sich eigens einen Autoreisezug-Anhänger für seinen Dienstwagen ankoppeln lässt und während der Fahrt dort sitzen bleibt. Proteste weist er zurück: Nur in Deutschland sei es üblich, dass man von Spitzenmanagern ernsthaft Dienstreisen per Bahn erwarte; die Kanzlerin hätte ihren Wagen gern ebenfalls mitnehmen dürfen.

August: Eine Umfrage unter Bundestagsabgeordneten ergibt, dass sie ihre Zeit zu einem ständig wachsenden Anteil außerhalb Berlins verbringen, beispielsweise, um die Familie in Bonn zu besuchen, in Hamburg nach einer Wohnung zu suchen oder sich dort die Haare schneiden zu lassen. Das ZDF teilt mit, dass die Sendung „Berlin Mitte“ künftig aus Kostengründen in Mainz aufgezeichnet werde; den Namen werde man jedoch aus Kulanzgründen beibehalten.

September: Die Abgeordnetenhauswahl am 17. September endet mit einer faustdicken Überraschung: Die Hamburg-Anhänger gewinnen knapp 15 Prozent der Stimmen, die SPD muss sich mit 20 Prozent zufrieden geben. „Wir haben unser Ziel erreicht“, erklärt Klaus Wowereit noch am Wahlabend, „30 Prozent plus x minus Hamburg“.

Oktober: Bahnchef Mehdorn teilt im Hinblick auf das Wahlergebnis mit, dass die Bedeutung Berlins offenbar auch von den Berlinern selbst immer geringer eingeschätzt werde. Da in Hamburg kaum noch Interesse an Bahnfahrten nach Berlin bestehe, würden die Züge dort keine Fahrgäste mehr aufnehmen, sondern leer in die Hauptstadt fahren. Dies erlaube eine Verkürzung der Gesamtfahrzeit um weitere 95 Sekunden.

November: Die Koalitionsverhandlungen in Berlin kommen nicht voran. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, erklärt Klaus Wowereit, als Senatspläne zum Wiederaufbau der Grenzkontrollstelle Stolpe in Richtung Hamburg ruchbar werden. Der Karstadt-Konzern teilt mit, dass man das KaDeWe im Jahr 2007 in „Alsterhaus 2“ umbenennen wolle. Als Dank an die Berliner erstattet der Konzern an den bevorstehenden Adventssonnabenden allen Kunden die Ampelmaut am Wittenbergplatz.

Dezember: Die Regierungskrise in Hamburg wird auf überraschende Weise gelöst: Klaus Wowereit wechselt in die Hansestadt und bildet mit Ole von Beust eine große Koalition an der Alster. Die Berliner Landesregierung löst sich auf und wird als Außenstelle der Bezirksversammlung Wandsbek fortgeführt. Dank der ausgezeichnet frisierten Gäste wird der erste Bundespresseball im Hotel Atlantic ein großer Erfolg. Im Bundeskanzleramt in Berlin macht Angela Merkel am Silvesterabend das Licht aus.

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