Berlin : Ganz großes Kino

Nicole Kidman, Jack Nicholson, Juliette Binoche: Die Berlinale kommt mit zwölf Weltpremieren und vielen internationalen Filmstars nach Berlin

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Klar ist, dass am roten Teppich des BerlinalePalasts weiße Tulpen stehen werden und nicht wieder rote Amaryllis. Noch nicht ganz klar ist, wer am Eröffnungsabend und während des Festivals über den so gesäumten Teppich laufen soll. Die Festspiele starten am 5. Februar mit dem US-Bürgerkriegsdrama „Cold Mountain“, die Hauptrollen spielen Nicole Kidman, Jude Law und Renée Zellweger. Bei allen wurde angefragt, ob sie den Film in Berlin vorstellen wollen, feste Zusagen gibt es noch nicht, wie die betreuende PR-Agentur gestern auf Anfrage sagte.

Ähnlich zurückhaltend hatte sich Festivalchef Dieter Kosslick gestern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp geäußert. Er hoffe, dass Jude Law zur Eröffnung komme, auch Ethan Hawke und Samuel L. Jackson. Aber auch ohne diese drei ist in Berlin in den zehn Festivaltagen viel Kino-Prominenz zugegen. „Die Stadt wird brummen von Leuten, die momentan das Filmgeschäft repräsentieren“, prophezeite Kosslick und fuhr weitere Stars auf, mit deren Kommen er rechnet: Charlize Theron und Christina Ricci („Monster“), Juliette Binoche, die gemeinsam mit Jackson in „Country of my Skull“ spielt, Cate Blanchett („The Missing“ – laut Verleih hat sie zugesagt), Jack Nicholson („Something’s gotta give“), schließlich Carole Bouquet, Pernilla August und Sandrine Bonnaire. Insgesamt zwölf der 18 bereits feststehenden Beiträge, darunter der Eröffnungsfilm, werden weltweit erstmals in Berlin aufgeführt.

Was noch fehlt, sind die kompletten Namen der deutschen Beiträge. Bisher steht erst ein Film für den Wettbewerb fest, Romuald Karmakars Jon-Fosse-Adaption „Die Nacht singt ihre Lieder“ mit Frank Giering und Anne Ratte-Polle. Dabei soll es nicht bleiben, kündigte Kosslick an. Der zweite deutsche Beitrag werde in Kürze bekannt gegeben. Insgesamt sind im Festival 56 deutsche Filme mit dabei, im Panorama beispielsweise der Film „Was nützt die Liebe in Gedanken“ von Achim von Borries. Der Film mit Daniel Brühl, August Diehl, Anna Maria Mühe und Jana Pallaske in den Hauptrollen geht auf eine Berliner Schülertragödie von 1927 zurück. Erst vor zwei Jahren lief in der Retrospektive der Film „Geschminkte Jugend“, 1960 von Max Nosseck gedreht, der ebenfalls auf den historischen Fall zurückging, aber wegen der Bewertung „Nur für Erwachsene“ nie ins reguläre Kinoprogramm gelangt war.

Dass das Fest-Programm so spät fertig wurde, liegt laut Kosslick an der hohen Bewerberzahl: „Wir hatten eine Rekordzahl von fast 3000 Einreichungen.“ Neben Lateinamerika ist Südafrika der Schwerpunkt. „Dort fanden die ersten freien Wahlen vor zehn Jahren statt.“ Deswegen kommt auch die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba. Im Vorjahr hatte der Irak-Krieg die Berlinale stark politisiert. Diesmal kommt die Berlinale ohne Motto aus – nach „Towards Tolerance“ oder „Accept diversity“ in den Vorjahren. „Wir hätten ein Motto gehabt“, sagte Kosslick. Das sei „Truth Hurts, Silence Kills“ („Wahrheit schmerzt, Schweigen tötet“) gewesen. Ein Spruch der Wahrheitskommission in Südafrika. Aber: „Wir haben das dann gelassen, weil wir keine Politisierung mit der Brechstange wollten.“ari/ac

Das komplette Programm ist ab 26. Januar unter www.berlinale.de abrufbar.

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