Berlin : Ganz in Weiß . . .

... mit einem Cabrio: Wie der „Bungalow“-Club in Mitte Premiere feierte

Nana Heymann

Wer abends weggehen will, der sollte künftig auf seine Socken achten. Zumindest im Bungalow, Berlins neuestem Party-Ort. In dem mit dickem weißen Teppich ausgelegten Restaurant-Bereich des Clubs gilt Schuhverbot. „Weil es dadurch gemütlicher ist, auf den Sofalandschaften herumzuliegen. Und weil dadurch eine ungezwungene Atmosphäre entsteht“, sagt Thomas-Marco Steinle, Geschäftsführer des Bungalow.

Ungezwungen war die Atmosphäre an diesem Wochenende allemal. Mit einem zweitägigen Partymarathon, verbunden mit der Präsentation des neuen VW-Cabrios Eon, feierte der Club an der Invalidenstraße in Mitte seine Eröffnung. Neben prominenten Gästen, darunter Schauspieler Daniel Brühl, Nora Tschirner, Thomas Kretschmann oder Sonja Kirchberger, konnten knapp 800 geladene Besucher das verwinkelte, ehemalige Postgebäude am Nordbahnhof erkunden.

Hineingeführt in das fast ausschließlich in Weiß gehaltene Innere des Hauses werden die Nachtschwärmer über einen langen Laufsteg. Der Eingangsbereich des Clubs ist zu Bar ausgebaut worden, in der man von den hellen Sitzhockern aus durch ein Glasdach in den Nachthimmel blicken kann. In der zweiten Etage des Hauses befindet sich neben dem Betten-Restaurant eine kleine Tanzfläche. „Unser Club ist nicht für das reine Partyvolk gedacht, sondern eher etwas für Menschen, die erst essen gehen und danach noch ein bisschen rocken wollen", sagt Steinle. Mit seinem Geschäftspartner Isan Oral hat der Mannheimer, der vor sieben Jahren nach Berlin kam, das Konzept entwickelt.

Zugegeben: Die Idee eines Diner-Clubs ist nicht neu, es gibt sie bereits mit Läden wie dem „Spindler & Klatt“ oder „Felix“. Doch dies hat den gelernten Werbekaufmann nicht abgeschreckt. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass erst kürzlich das „Goya“ mit einem solchen Konzept gescheitert ist. „Man muss sich nicht zweimal ein blaues Auge holen“, sagt Steinle und meint zu wissen, wie es für seinen Club besser laufen könnte. Zum Beispiel mit ungewöhnlichen Angeboten: So können sich Besucher des Restaurants, in dem striktes Rauchverbot herrscht, zwischen den auf zehn Gänge angelegten Menüs von Masseuren durchkneten lassen. Oder aber sich die Karten legen lassen.

Ob das bei dem um Coolness bemühten Berliner Nachtvolk ankommen wird? Thomas-Marco Steinle ist zuversichtlich. „Wir werden einfach schauen, wie das angenommen wird und dann weiter ausprobieren.“ Das Bungalow versteht sich als ein Treffpunkt für ein erwachsenes „Multikulti-Publikum“: Prominente Menschen sind hier ebenso willkommen wie Szenegänger und schwule Nachtschwärmer. Oder wie es Isan Oral ausdrückt: „Leute mit einem Gespür für Styling und Mode sowie einem kosmopolitischen Bewusstsein.“ Nur Hemmungen, ihre Schuhe auszuziehen, sollten diese Leute eben nicht haben.

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