Berlin : Ganz schön dicke

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Sven Goldmann über

eine neue Eishalle für fünf Millionen Euro

Beim BerlinerSchlittschuh-Club widmet man sich in erster Linie dem … Tennisspiel. Ja doch, Tennis, die Eishockeyspieler waren den Mitgliedern immer ein wenig suspekt, weil sie ihnen neben 19 Deutschen Meisterschaften vor allem hohe Schulden eingebracht haben. Eben deswegen hat der Schlittschuh-Club bisher auch wenig Interesse gezeigt, die zum Vereinsvermögen gehörende Eisfläche zu sanieren. Die liegt seit Jahren brach, und weil sich auch das Eisstadion Lankwitz dem Verfall nähert, machen sich Berlins Eissportler schon seit langem für eine neue, möglichst überdachte Eisfläche stark. Die soll nun an der Glockenturmstraße gebaut werden, nicht auf dem Gelände des Schlittschuh-Clubs, sondern auf einem freien Bauplatz. Kosten: fast fünf Millionen Euro, aufzubringen vom armen Land Berlin.

Das ist viel Geld, aber es ist auch verdammt eng auf Berlins Eis. 4000 Eissportler teilen sich 12 Eisflächen, die sie wegen kommerzieller Veranstaltungen auch nur bedingt nutzen können. Es gibt also durchaus Bedarf für eine neue Eissporthalle. Wer diesen Bedarf infrage stellt, stellt das System Breitensport grundsätzlich infrage.

Aber, liebe Eissportler, muss es denn gleich ein kleiner Palast sein? Sind 1500 Zuschauerplätze nicht ein bisschen dick gerechnet für viertklassige Eishockeyspiele und jugendliche Kringeldreher? Es sind überzogene Planungen wie die an der Glockenturmstraße, die vernünftigen Projekten ihren moralischen Anspruch auf Verwirklichung nehmen.

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