Berlin : Gas-Attentäter: Spur von Terletzki führt nach Spanien

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Zu dem seit August vergangenen Jahres mit Haftbefehl gesuchten Lothar Terletzki hat die Polizei eine neue Spur. Der 57-Jährige soll in Spanien, möglicherweise auf Mallorca, untergetaucht sein. Von Spanien aus wurde in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, Kontakt mit Angehörigen Terletzkis in Berlin aufzunehmen. Die Polizei vermutet, dass der Gesuchte dahinter steckt. Die Spur verliert sich derzeit aber auf der iberischen Halbinsel.

Gefahndet wird nach dem Charlottenburger, weil er am 14. August 2000 in seinem Wohnhaus an der Herderstraße 6 eine Gasexplosion ausgelöst haben soll. Dabei wurden neun Menschen teils schwer verletzt. Unter den Verletzten waren auch fünf Polizisten. Sie waren wegen Gasgeruchs am Morgen des Unglückstags zur Herderstraße gerufen worden. Als sie das Haus betreten wollten, ereignete sich die Explosion. Der handwerklich geschickte Terletzki soll die Gasleitung im Keller des Hauses manipuliert und brennende Kerzen aufgestellt haben, um das auströmende Gas zu Explosion zu bringen.

Der Mann besaß im Haus eine Maisonette-Wohnung. Bei der Explosion bestand auch Lebensgefahr für Terletzkis Frau. Mit dieser hatte er in der Nacht vor dem Anschlag einen lautstarken Streit. Ob dies als mögliches Motiv in Frage kommt oder ein seit längerem schwelender Streit mit der Eigentümergemeinschaft, ist noch ungeklärt.

Zwei Tage nach der Explosion fanden Polizeibeamte Terletzkis Auto, das an der Zillestraße Ecke Krumme Straße in Charlottenburg abgestellt war. Er selbst hatte sich offenbar mit Bahn oder Bus in den Schwarzwald abgesetzt. Das erfuhr die Polizei aber erst ein halbes Jahr später - aufgrund einer Weihnachtskarte, die ein Pensionswirt aus Titisee-Neustadt an Terletzkis Berliner Adresse geschickt hatte. Ermittlungen der Berliner kripo in Baden-Württemberg ergaben, dass sich der Gesuchte wenige Tage nach der Explosion in einer Schwarzwaldpension ein Zimmer nahm. Er gab seinen richtigen Namen an, nannte seine Berliner Anschrift. Nach etwa 14 Tagen wechselte er das Domizil und zog in ein Hotel in Schluchsee. Ende September verließ er den Schwarzwald. Seither fehlt jede Spur von ihm. Es gibt aber Hinweise, dass sich der Gesuchte in Spanien aufhalten könnte. Boulevard Berlin:
Was die Stadt bewegt... Wenige Tage vor dem Gasanschlag im Haus Herderstraße hatte Terletzki 8000 Mark von seinem Konto abgehoben. Das Geld dürfte nach Auffassung der Fahnder inzwischen ausgegeben sein. Aber aufgrund von Terletzkis handwerklichem Geschick sei es denkbar, dass er beispielsweise als Hausmeister arbeitet und sich so seinen Lebensunterhalt verdient.

Da Terletzki offenbar keine Möglichkeit hatte, sich falsche Papiere zu verschaffen, gehen die auf ihn angesetzten Zielfahnder nach wie vor davon aus, dass er unter seinem richtigen Namen unterwegs ist. Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt. Spanien-Urlauber, die den 1,68 Meter großen und schlanken Mann möglicherweise gesehen haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 76 72 56 666 bei der Berliner Polizei zu melden.

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