Berlin : Gasanschlag: Zielfahnder suchen nach mutmaßlichem Attentäter Terletzki

CD/Loy/weso

Auch drei Tage nach dem Gasanschlag im Haus Herderstraße 6 in Charlottenburg hat die Polizei noch keine Spur von dem mutmaßlichen Attentäter Lothar Terletzki. Am Dienstagabend entdeckte die Besatzung eines Streifenwagens den roten Fiesta des Gesuchten an der Zillestraße in Höhe der Krummen Straße. Der Fundort ist nur einige Straßenecken vom Tatort entfernt. Wo sich der Mann mit dem Pferdeschwanz verborgen hält, wissen die Ermittler nicht. Inzwischen ist ein Zielfahndungskommando auf ihn angesetzt. Bisher sind nur rund zehn Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Sie führten nicht auf eine heiße Spur. Bei der Explosion, die durch Manipulationen an der Gasleitung im Keller ausgelöst worden war, wurden Montagmorgen neun Menschen - fünf Polizisten und vier Hausbewohner - verletzt. Eine 47-jährige Bewohnerin ist noch in Lebensgefahr.

Inzwischen schließt die Polizei nicht mehr aus, dass sich der 57-Jährige nach der Explosion selbst getötet haben könnte. Angeblich wollen Nachbarn Terletzki nach der Explosion gesehen haben, als er die Rettungsarbeiten beobachtete. Die Polizei weiß nichts davon: "Nennen Sie uns die Namen dieser Nachbarn, damit wir sie zur Vernehmung vorladen können", sagte Bernd Meyer vom Landeskriminalamt.

Die Bewohner können erst gegen Ende nächster Woche in ihre Wohnungen zurückkehren, sagte Charlottenburgs Baustadträtin Beate Profe¿ nach einer Begehung von Bachfachleuten. Zunächst würden Türen und Fenster eingesetzt, damit die Wohnungen nicht mehr offen stehen. Solange wird die Polizei das Gebäude bewachen. Die Schäden im Vorderhaus seien nicht so schlimm wie angenommen, sagte Profé. Die vermeintlich tragende Wand, die notdürftig abgestützt worden war, erwies sich als bloße Trennwand. In den nächsten Tagen würden zunächst die Versorgungsleitungen überprüft. Der Schaden werde auf eine Million Mark geschätzt, sagte Hausverwalter Hubert Figoluschka.

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