Berlin : Gasexplosion: Lothar Terletzki nach 20 Monaten gefasst

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Der seit 20 Monaten mit internationalem Haftbefehl europaweit gesuchte Lothar Terletzki wurde jetzt auf der Kanareninsel La Palma von der spanischen Polizei gefasst. Der 57-Jährige steht im Verdacht, im August 2000 im Keller seines Wohnhauses an der Herderstraße in Charlottenburg die Gasleitung aufgedreht und das Gas durch brennende Kerzen zur Explosion gebracht zu haben. Neun Menschen wurden teils schwer verletzt. Unter den Opfern waren neben Terletzkis Ehefrau auch fünf Polizisten. Sie waren am Morgen des Unglückstags wegen des Gasgeruchs zu dem fünfgeschossigen Wohnhaus gerufen worden waren. Als sie das Gebäude betreten wollten, gab es die Explosion. Eine 29-jährige Polizistin erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie noch heute dienstunfähig ist. Als Motiv werden Auseinandersetzungen mit der Eigentümergemeinschaft vermutet. In der Nacht vor der Explosion hatte er zudem einen heftigen Streit mit seiner Frau.

Die Fahndung nach Terletzki, der noch am Tag der Explosion untertauchte, führte über den Schwarzwald, Mallorca und Trier schließlich auf eine kleine, nahezu unbewohnte kanarische Insel. Dort sollte er nach Auskunft von Touristen in einem einsamen Steinhaus leben. Das Häuschen existiert zwar, aber als die Berliner Zielfahnder dort eintrafen, war es leer. Spuren, dass dort jemals Terletzki gelebt haben könnte, gab es nicht. Allerdings wurde die kanarische Polizei um Fahndungshilfe gebeten, eine deutschsprachige Zeitung auf den Inseln veröffentlichte regelmäßig Fahndungsaufrufe. Die Suche konzentrierte sich auf die von Deutschen besuchten Touristenzentren, da Terletzki nur deutsch spricht. Seinen Lebensunterhalt verdiente der handwerklich begabte Flüchtling vermutlich als Hausmeister oder mit Reparaturarbeiten. weso

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