Berlin : Gattenmord: Dreieinhalb Jahre für Todesschuss

K.G.

Für den tödlichen Schuss auf ihren Ehemann mit dessen Dienstpistole wurde die 39-jährige Manuela L. gestern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Berliner Landgericht sprach sie des Totschlags schuldig. Allerdings sei bei der Angeklagten auf Grund einer starken Alkoholisierung sowie des provozierenden und beleidigenden Verhaltens ihres Mannes die Schuldfähigkeit stark herabgesetzt gewesen.

Zwischen Manuela L. und ihrem sechs Jahre jüngeren Ehemann war es am frühen Morgen des 3. Februar erneut zu einem Streit in ihrer Weddinger Wohnung gekommen. Die Richter gingen davon aus, dass der BGS-Beamte Ralf L. dabei seine Dienstwaffe aus einer Kassette genommen, durchgeladen und entsichert auf den Küchentisch gelegt habe. Mit den Worten "Schlampe, schieß doch, wenn du mit mir nicht zufrieden bist" habe er Manuela L., die wie er angetrunken war, provoziert. In dieser Situation seien die Reize für die Angeklagte so groß gewesen, dass sie zur Waffe gegriffen und abgedrückt habe.

Im missbräuchlichen Alkoholgenuss beider Ehepartner sahen die Richter das Hauptproblem der Beziehung. Manuela L. hatte im Prozess erklärt, dass sie an jenem Wochenende auf einen neuen Anfang ihrer Beziehung gehofft hatte. Nachdem ihr Mann wieder einmal erst spät aus der Kneipe gekommen sei, sei sie frustriert gewesen. Ralf L. wurde ins Herz getroffen, er starb noch am Tatort.

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