• GAZETELER Rückblick: Brücke von Berlin nach Ankara Wie türkische Blätter über den geplanten Botschaftsneubau berichten

GAZETELER Rückblick : Brücke von Berlin nach Ankara Wie türkische Blätter über den geplanten Botschaftsneubau berichten

Suzan Gülfirat

Die Türkei will in Berlin wie berichtet eine neue Botschaft bauen. Noch ist die Vertretung der knapp zwei Millionen türkischen Staatsbürger in Deutschland in einem Gebäude in Mitte untergebracht, aber bereits im nächsten Jahr wolle das Land mit den Bauarbeiten beginnen, schreibt „Hürriyet“. Bereits in drei Jahren soll auf dem noch mit Bäumen zugewachsenen Gelände in der Tiergartenstraße 19-21, Ecke Hildebrandstraße, ein bezugsfertiges Gebäude stehen. „Die Botschaft ist 2010 fertig“, lautet die „Hürriyet“-Überschrift vom Sonnabend.

Woher hat die „Hürriyet“ bloß diese Information? Im Text kommen nur die Planer des Architektenbüros „Sic!“ in Köln zu Wort, die mit ihrem Entwurf einen im Januar 2007 ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen haben.

„Man soll auf einen Blick erkennen, dass dies die türkische Botschaft ist“, sagten die Architekten Jan Gutermuth und Uwe Stephan der „Hürriyet“. Als ihr Entwurf in der vergangenen Woche bekannt wurde, schimpfte die Zeitung: „Das Botschaftsprojekt ist zum Gespött der Leute in Deutschland geworden.“ Denn die „B.Z.“ hatte den modernen Bau wegen seiner zwei Flügel und seines gläsernen Atriums mit dem Bundeskanzleramt verglichen. Dazu diese Überschrift: „Türkische Botschaft baut sich ein kleines Bündüskünzlürümt.“ Am Sonnabend hatten die Planer die Chance zu erklären, was sie sich dabei gedacht haben.

„Der linke Flügel soll traditionelle, türkische, der rechte deutsche und Berliner Motive erhalten“, sagten die Planer. Zudem wolle man in das neue Haus Teile des Vorgängers in Bonn – die Botschaft ist 1999 nach Berlin gezogen – einbauen. Da ist zum Beispiel die Eingangstür aus Kupfer. Und auch die Überbleibsel des osmanischen Baus, der bis 1945 auf dem Gelände in Tiergarten stand, sollen ihren Platz finden. Eine Jury, in dem auch der Botschafter saß, hatte sich aus 143 Einsendungen für diesen Entwurf entschieden. Die endgültige Entscheidung über den Bau wird jedoch in der Türkei getroffen. Trotzdem rechnen sich die Kölner Planer große Chancen aus, den Bauauftrag zu bekommen. Doch die „Hürriyet“ behauptet, das Projekt verursache in der Türkei Diskussionen, ohne dafür eine überzeugende Quelle zu nennen.

Ein anderer Bericht der „Hürriyet“ stimmt jedoch in jedem Fall. „Eine Bildungsbrücke Berlin-Ankara“, lautete die Überschrift am Sonnabend. Die Berliner Humboldt-Universität (HU) bietet ab September erstmals den Studiengang „German-Turkish Masters Program in Social Sciences“ an. Zugelassen wurden 25 Akademiker aus aus aller Welt. Sogar Interessenten aus den USA, Mexiko, Schweden und Frankreich hätten sich beworben, sagte Silvia von Steinsdorff von der HU der „Hürriyet“. Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Suzan Gülfirat

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