GAZETELER Rückblick : „Eintritt für Türken verboten“

Wie türkische Blätter über Fälle von Diskriminierung berichten

Suzan Gülfirat

Gestern berichtete auch die „Hürriyet“ über den Fall des Party-Veranstalters Alkan Kama. „Eintritt für Türken verboten kommt wieder“, titelte die Zeitung. Goya-Manager Thomas Gross hatte die „India Night“ von Alkan Kama abgesagt, weil 200 überwiegend türkische Gäste vor der Tür warteten. Darauf sei das Goya „sicherheitstechnisch nicht vorbereitet“ gewesen, sagte Stephan Gerhard, Geschäftsführer der Treugast, der „Hürriyet“. Das Blatt zitiert auch den Berliner Abgeordneten Özcan Mutlu von den Grünen. Er wolle die „rassistische Geisteshaltung“ der Goya-Betreiber im Abgeordnetenhaus thematisieren.

Die „Milliyet“ berichtet gestern auf ihrer Titelseite über einen Aufruf der Türkischen Gemeinde Deutschland (TGD). „Ein Held für einen Kampf vor Gericht gesucht“, titelte das Blatt. Der Vorsitzende der TGD, Kenan Kolat, suche einen Freiwilligen, der bereit sei zu prozessieren, wenn ihm der Nachzug zu seinem Ehepartner mit der Begründung der Deutschpflicht verweigert werde. „Für diesen Fall haben wir 10 000 Euro beiseitegelegt“, zitierte ihn die „Milliyet“.

Ebenfalls auf der Titelseite berichtete die Zeitung über das Leben von Claudia Yilmaz, die seit 33 Jahren in der Türkei lebe. Sie ist die Schwägerin des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten, Mesut Yilmaz. „Sie wollte Türkin werden, aber konnte nicht“, titelte die „Milliyet“ zu dieser Geschichte. Weil das türkische Gesetz Ausländer zwingt, einen türkischen Namen anzunehmen, wenn sie sich einbürgern lassen, habe Claudia Yilmaz darauf verzichtet. Außerdem kränke es sie sehr, dass sie als Ausländerin ein spezielles Nummernschild an ihrem Auto anbringen müsse. „Ich fühle mich wie abgestempelt“, klagte sie.Das größte Problem der deutschen Ehegatten in der Türkei sei jedoch die Aufenthaltserlaubnis. Sie müsse auch nach 33 Ehejahren alle fünf Jahre die Erlaubnis neu beantragen. Suzan Gülfirat

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