GAZETELER Rückblick : „Europa vibrierte“

Wie türkische Blätter über die Demonstrationen gegen die PKK berichten

Suzan Gülfirat

Längst hat der Konflikt der Türkei in der Grenzregion zum Irak auch die in Europa lebenden Migranten erreicht. Am Sonnabend gingen tausende Türken in Deutschland auf die Straße, um gegen die Gewalt der PKK zu demonstrieren. „Der Terror wird es nicht schaffen, uns zu trennen“, titelte die „Milliyet“ in einem Bericht über Demonstrationen in Frankfurt und Hamburg. „Türkiye“ schrieb über Proteste in Wien, Stuttgart sowie Stockholm, die „Hürriyet“ wusste außerdem von einem Möllner Protestzug zu berichten. Wie viele Türken am Wochenende durch die europäischen Städte zogen, ist unbekannt. Fest steht: In Berlin gingen am Sonnabend rund 500 Kurden auf die Straße. Am Sonntag starteten dann noch weitaus mehr Türken zu einer Demonstration am Hermannplatz, die mit Ausschreitungen endete (Seite 9).

Alle türkischen Zeitungen zogen die Demonstrationen auf ihre Titelseiten. Die „Hürriyet“ berichtete auch im Internet. „Europa vibrierte“, hieß es da. Offenbar verliefen die meisten Kundgebungen friedlich. Die spektakulärste Aktion ließen sich holländische Türken einfallen: Sie mieteten ein Flugzeug und zogen ein Transparent mit der Aufschrift „Märtyrer sind unsterblich“ durch die Luft.

„Hürriyet“ berichtete, dass in Belgien eine Demo nicht genehmigt und in Mönchengladbach ein Fußballspiel zwischen einer türkischen und einer kurdischen Mannschaft abgesagt wurden. Am Sonntag rief außerdem in der „Hürriyet“ der türkische Botschafter in Paris seine Landsleute zur Besonnenheit auf. „Die europäischen Mehmets“, betitelte „Hürriyet“ am Sonntag einen Artikel über die Proteste. Um diese Überschrift zu verstehen, muss man wissen, dass Mehmet nicht nur ein sehr gängiger Jungenname ist, sondern so in der Türkei auch die Soldaten genannt werden. Diese Übersetzung lieferte „Hürriyet“ gewissermaßen bildlich. Unter der Überschrift war ein buntes Foto mit hunderten jungen Männer eingeklinkt, in grünen Uniformen, die türkische Fahne schwenkend. Suzan Gülfirat

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