GAZETELER Rückblick : Fast gemeinsam fasten

Wie türkische Blätter über den neuen Ramadan-Kalender berichten

Suzan Gülfirat

Alle türkischen Zeitungen kündigten gestern auf ihren Titelseiten den Beginn des Fastenmonats Ramadan am heutigen Montag an. Und auch auf der Homepage des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, der Teilnehmer der Islamkonferenz (KRM) ist, konnten die Muslime die Botschaft lesen: „Muslime in Deutschland einigen sich auf einen einheitlichen Ramadankalender.“ Demnach geht der Fastenmonat Ramadan 2008 in Deutschland vom 1. bis zum 29. September. Der erste Tag des dreitägigen Ramadanfestes ist am 30. September.

„Heute Nacht stehen wir zum Sahur auf“, schrieb zum Beispiel die „Türkiye“ am Sonntag auf ihrer ersten Seite. Mit „Sahur“ ist der Zeitpunkt gemeint, zu dem das Fasten spätestens beginnen muss. Ab dann darf nichts gegessen und getrunken werden – bis zum Sonnenuntergang. Doch die Berechnung des Sahur ist Auslegungssache. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) gibt ihn mit 4.03 Uhr an. Das gilt etwa für die Moschee am Columbiadamm Neukölln, eine Ditib-Moschee. In der arabischen Al-Nur-Moschee Neukölln ist um 4. 35 Uhr Sahur. Außerdem wird in dieser Moschee vom 1. bis zum 30. September gefastet. Das bedeutet, dass, während einige Muslime noch fasten, andere bereits das Festmahl zu sich nehmen. Aleviten und Schiiten sind ebenfalls Muslime, aber sie fasten und feiern zu anderen Zeiten. Der jetzt beginnende Ramadan gehört den Sunniten.

In einem Punkt sind sich Muslime und Astronomen auf der ganzen Welt immerhin einig: In Berlin geht die Sonne am heutigen Montag um 19.53 Uhr unter. Ab dann darf wieder getrunken und gegessen werden, bis zum nächsten „Sahur“. Jetzt, im September, müssen die Muslime knapp neun Stunden fasten, weil es so lange hell ist. Der Ramadan wird nach dem islamischen Kalender berechnet, fängt deshalb nach unserer Zeitrechung in jedem Jahr zehn Tage früher an. Suzan Gülfirat

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