Gazeteler Rückblick : Großer Jubel über das einzige Tor

„Berlin kocht über“, „Der Löwe der UEFA“ oder „Das frühe Freudenfest": Wie türkische Blätter über das Uefa-Spiel in Berlin berichten.

Suzan Gülfirat

Das Spiel Galatasaray gegen Hertha BSC am Mittwoch im Olympiastadion legte manche Internetseite der Zeitungen lahm. Wer am nächsten Tag versuchte, die Seite „Hürriyet-Avrupa“ aufzurufen, sah bloß eine blanke Seite mit dieser Meldung: „Too many connections.“ Die „Hürriyet“ berichtete am nächsten Tag ausführlich über das Spiel vom Abend zuvor. Aufgrund der frühen Schlusszeiten türkischer Zeitungsredaktionen erschien dieser Bericht für die Fans bedauerlicherweise nur im Internet.

Bei 40.000 Fans im Stadion und 5,91 Millionen Zuschauern, was der ARD immerhin einen Marktanteil von 18 Prozent bescherte, ist das kein Wunder, wenn eine Internetseite nicht funktioniert. Am Freitag musste man sich deshalb beeilen, dass man in Berlin noch eine türkische Zeitungen bekam.

An diesem Tag kamen die Fans auf ihre Kosten. Mit pathetischen Überschriften feierten die Zeitungen den Sieg Galatasarays. „Berlin kocht über“ (Hürriyet), „Der Löwe der UEFA“ (Türkiye) und „Dieses Epos kennen wir bereits“ („Fanatik“), stand zum Beispiel auf den Titelseiten geschrieben. Die „Milliyet“ freute sich über das einzige Tor und titelte deshalb: „Das frühe Freudenfest.“

Wegen des großen Interesses der Fans waren die Fußballzeitung „Fanatik“ und auch die „Türkiye“ bereits am Morgen vergriffen, weil sie in den meisten Kiosken nur ein Mal ausliegen. Von der „Hürriyet“ gab es morgens noch genug Zeitungen, da man nach solch wichtigen Fußballspielen mehr Exemplare in den Läden bereithält.

Außerdem erscheinen an diesem Tag auch die Ergebnisse der Ligaspiele aus der Türkei. Gleichzeitig würdigten die Zeitungen auch die Leistungen des Gegners. Das Kickerblatt „Fanatik“ brachte ganze fünf Seiten mit kurzen Texten und jeder Menge Bildern. Außerdem kennen jetzt auch die Türken einen Slogan, der in deutschen Stadion gerufen wird. „Auf Wiedersehen“, lautete eine der Überschriften auf den Sportseiten.

Zuvor hatte die „Hürriyet“ verkündet, dass Galatasaray im Olympia-Stadion in Berlin so spielen werde wie im Sami-Yen-Stadion in Istanbul. Diese Prophezeiung hat sich schließlich bewahrheitet. Aus Istanbul schwappte sogar das Bengalische Feuer ins Olympiastadion. Nur hielten hier in einem Block die Fans ihre blauen Schals mit dem Logo von Hertha BSC hoch.

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