GAZETELER Rückblick : Minister beim Fastenbrechen

Wie türkische Blätter über die Essensfeste während des Ramadan berichten

Suzan Gülfirat

Vor knapp zehn Tagen begann für die Muslime der Fastenmonat Ramadan. Dabei darf vier Wochen lang von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken werden. Üblich sind in dieser Zeit Einladungen zum sogenannten Fastenbrechenessen, mit denen am Abend das Fasten gemeinsam unterbrochen wird.

In Europa ist es bereits zur Tradition geworden, dass die Muslime sich nicht nur gegenseitig zum gemeinsamen Fastenbrechen einladen, sondern auch Nichtmuslime. Die türkischen Zeitungen berichten in der Regel über solche Ereignisse.

In Berlin fanden in diesem Jahr bereits zwei solcher öffentlichen Fastenbrechen statt. Das erste organisierte gleich zu Beginn des Fastenmonats am 13. September in einem Berliner Hotel die Organisation Milli Görüs, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Das andere fand am Freitag im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft statt. Über dieses Ereignis berichteten alle türkischen Zeitungen, weil daran Innenminister Wolfgang Schäuble und die Bundesmigrationsbeauftragte Maria Böhmer teilgenommen hat. „Schäuble beim Fastenbrechenessen“, lautete die Überschrift der „Hürriyet“. Die „Sabah“ zitierte den Innenminister in der Überschrift: „Schäuble: Die Muslime sind ein Teil von uns.“

Am Größten berichtete die liberal-islamische „Zaman“ über dieses Ereignis. „Warme Botschaften in Wien und Berlin“, lautete die Überschrift zum ausführlichen Bericht. „Die Fastenbrechenessen, die von ,Zaman’ organisiert wurden, brachten deutsche, türkische und österreichische Politiker zusammen“, hieß es. In Wien war Innenministerin Ursula Plassnik zu Gast. Der eigentliche Veranstalter war jedoch die „World Medie Group AG“, die auch in Berlin eine Niederlassung hat. Ihr gehört unter anderem auch die „Zaman“. Suzan Gülfirat

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