GAZETELER Rückblick : „Nicht das Volk, sondern die Politik ist dagegen“

Wie türkische Blätter über die Diskussionen zur doppelten Staatsbürgerschaft berichten

Suzan Gülfirat

Die „Hürriyet“ machte am Dienstag als einzige türkische Zeitung mit der doppelten Staatsbürgerschaft auf. Nach Aussage der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) müssen sich in diesem Jahr die ersten 3300 Jugendlichen, die vom Optionsmodell des neuen Staatsbürgerschaftsrecht betroffen sind, für oder gegen den deutschen Pass entscheiden – insofern gab es einen Grund, das Thema jetzt noch einmal aufzugreifen.

Das reichlich bebilderte Thema war der Aufmacher der Titelseite. „Das Problem soll Berlin lösen“, titelte das Blatt. Dazu zeigte die Hürriyet eines der bekanntesten Fotos, die es zu diesem Thema gibt: eine dunkelgelockte Jugendliche streckt dem Betrachter den deutschen und türkischen Pass entgegen.

In den Unterzeilen hieß es: „Der EU-Abgeordnete Cem Özdemir sagte, dass erst die deutsche Bevölkerung von der doppelten Staatsbürgerschaft überzeugt werden muss und löste damit eine Diskussion aus. Die Vertreter türkischer Organisationen widersprechen ihm: ’Nicht das deutsche Volk, sondern die Politik ist dagegen’, sagen sie.“ Vor allem aber kamen die Vertreter der fünf türkischen Organisationen zu Wort. Darunter auch der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat.„Eine Unterschriftenkampagne Anfang der 80er Jahr hatte gezeigt, dass eine Million Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft unterstützen“, zitierte die „Hürriyet“ ihn. Die Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und türkischen Organisationen müssten sich dringend an einen Tisch setzten, damit noch einmal über die doppelte Staatsbürgerschaft diskutiert werde, wird Kolat weiter zitiert.

Der aktuelle Anlass, die Geschichte so groß auf der ersten Seite und auf der Titelseite der Europa–Beilage zu bringen ist offenbar eine Konferenz, die die Türkische Gemeinde eigens zu diesem Thema für den Herbst dieses Jahres plant. Aber das wurde in der „Hürriyet“ nur nebenbei erwähnt. Suzan Gülfirat

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