• GAZETELER Rückblick: Ohne Bildung droht Ausweisung Wie türkische Blätter über eine neue Verordnung berichten

GAZETELER Rückblick : Ohne Bildung droht Ausweisung Wie türkische Blätter über eine neue Verordnung berichten

Suzan Gülfirat

Ausländische Schulversager müssen in Berlin mit Abschiebung rechnen. Auch die türkischen Zeitung berichteten über diesen neuen Versuch des Senats, die Jugendlichen zum Lernen zu motivieren. Aus türkischer Sicht sind sie allerdings eher Opfer der sozialen Missstände, so dass der Protest vorprogrammiert war. „Was ist das denn für eine Motivation?“, betitelte zum Beispiel die „Türkiye“ am Freitag ihren Anriss des Themas auf der ersten Seite. Im langen Text im Innenteil zitierte die Zeitung überwiegend aus dem Tagesspiegel, unter eigener Überschrift: „Jungen Migranten droht die Ausweisung.“

Die „Hürriyet“ wollte dagegen vor allem zeigen, dass sie die erste Zeitung gewesen sei, die über das Thema geschrieben habe. „Was ist das denn für eine Korrektur?“, lautete die Schlagzeile am Donnerstag. Dazu zeigte das Blatt eine Ausgabe vom 28. März. Damals lautete die Schlagzeile: „Wer ein schlechtes Zeugnis hat, bekommt keine Niederlassungserlaubnis.“ In das Faksimile der alten Seite montierte die „Hürriyet“ ein Foto des schulpolitischen Sprechers der Grünen, Özcan Mutlu, weil die Geschichte damals offenbar durch ihn in die „Hürriyet“ kam. In der Unterzeile des aktuellen Textes hieß es dann: „Nachdem die Hürriyet die ,Pläne zur Ausweisung bei schlechten Noten’ des Berliner Senats aufgedeckt hatte, stellte sich jetzt heraus, dass Innensenator Ehrhart Körting mit seiner Erklärung, er habe die Verordnung ,korrigiert’, die Öffentlichkeit getäuscht hat.“ Publik geworden ist das Thema jetzt durch die Antwort auf eine Anfrage der migrationspolitischen Sprecherin der Grünen, Bilkay Öney. Vor einem halben Jahr hatte tatsächlich nur die „Hürriyet“ berichtet. Suzan Gülfirat

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