GAZETELER Rückblick : „Spitzelfirma verrät Türken“

Wie türkische Blätter über die Dienste eines Immobilienunternehmens berichten

Suzan Gülfirat

Tausende von Türken in Deutschland durchlebten im Moment einen Albtraum, berichteten türkische Medien am Wochenende. Der Grund dafür sei, dass eine türkische Immobilienfirma jetzt auch für die deutschen Behörden recherchieren wolle, ob Empfänger von Sozialleistungen in der Türkei Eigentum hätten. Enthüllt hat dies die Hürriyet. Das Blatt titelte am Freitag: „Hürriyet findet Bespitzelungsfirma.“ Im Anriss darunter hieß es: „Nachdem die türkische Firma TGD Türken in Holland verraten hat, bietet sie ihre Dienste jetzt auch deutschen Behörden an, wie sich jetzt herausstellte“, schrieb „Hürriyet“.

Der Zeitung liegt ein Schreiben vor, in der die Firma das Angebot den deutschen Behörden unterbreitet. Eines der Bilder zeigt diesen Brief im Original – deutlich genug, um erkennen zu können , dass die türkische Übersetzung richtig ist. Beispielsweise hat das Schreiben folgende Überschrift: „Sozialleistungen- Missbrauchverdacht (Vermögen in der Türkei)“. Die Anrede darunter lautet: „Sehr geehrte Damen und Herren.“ Dass die Firma tatsächlich Personen gemeldet hat, konnte die Hürriyet jedoch nicht beweisen.

Mit diesem Dokument konfrontiert, sei Firmenleiter Basak Soner zuerst verstummt. In der Europa-Beilage konnte man lesen, wie sich die Firma zu den Vorwürfen geäußert hat. „Das Schreiben habe ich der Zentrale in Istanbul gegeben, aber die hat es nie abgeschickt“, zitierte die „Hürriyet“ die Verfasserin des Briefes. Die Überschrift hier lautete: „Spitzelangebot kam von der TGD.“

Brisant an der Geschichte ist auch, dass noch am selben Tag im Berliner Büro der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) ununterbrochen das Telefon klingelte. Deshalb brachte die Hürriyet das Thema am nächsten Tag etwas ausführlicher und erklärte, dass die TGD in Istanbul rein gar nichts mit der TGD in Berlin zu hat. Suzan Gülfirat

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