GdP : Mehr als 3000 Polizisten im Einsatz

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat am Sonntag auf die große Belastung der Berliner Beamten wegen der vielen Veranstaltungen am Wochenende hingewiesen und vor weiterem Personalabbau bei der Polizei gewarnt.

3150 Polizeibeamte seien von Freitag bis Sonntag im Einsatz gewesen, sagte GdP-Landeschef Eberhard Schönberg. Das mache Mehrkosten von rund 2,7 Millionen Euro aus. Laut Schönberg sind an einem normalen Wochenende „300 bis 400 Polizeibeamte der Einsatzeinheiten und Direktionshundertschaften“ im Einsatz. Auch der scheidende Berliner Vize-Polizeipräsident Gerd Neubeck hat sich gegen weitere Kürzungen gewandt und einen schwindenden Rückhalt der Polizei in der Gesellschaft beklagt.

Wegen der diversen Großveranstaltungen am Wochenende hätten sechs Einsatzhundertschaften aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei angefordert werden müssen, sagte Schönberg. Die acht Hundertschaften der Berliner Bereitschaftspolizei könnten nämlich jetzt schon nicht mehr ihren Dienstplan einhalten und kämen zum Teil auf eine 50-Stunden-Woche. Dadurch wachse auch der Überstundenberg der Polizei kontinuierlich an. Der Gewerkschafter rechnet mit rund 800 000 Überstunden, die einem Gegenwert von 13,6 Millionen Euro entsprechen würden.

„Es ist das Konzept, dass die Bereitschaftspolizei sich untereinander stützt und länderübergreifend eingesetzt werden kann“, sagte Nicola Rothermel, Sprecherin der Innenverwaltung, dem Tagesspiegel. Über mögliche Mehrkosten konnte Rothermel am Sonntag keine Auskunft geben.

„Als absolut unverständlich und einen Skandal“ kritisierte die GdP zudem den Einsatz von zwei Hundertschaften der Polizei zur Geschäftseröffnung eines großen Elektromarktes in den Borsighallen am Donnerstag. „Diese profitorientierte Veranstaltung begann nachts und erforderte Alarmdienste der Polizei, um einen geordneten Ablauf zu ermöglichen. Das wäre aber Sache des Veranstalters“, kritisierte Schönberg.

Der Senat habe in den letzten Jahren 4000 Polizisten „eingespart“, zwei Einsatzhundertschaften hätten geschlossen werden müssen. Die Koalition müsse „endlich begreifen“, dass man in der Hauptstadt Berlin mehr Polizisten benötige, sagte Schönberg. Nach GdP-Angaben gibt es in Berlin rund 15 700 Polizisten. Die Innenverwaltung dagegen nennt die Zahl von 16 160.

   Vizepräsident Neubeck unterstrich in der „Bild“-Zeitung zur Personalknappheit: „Wir bewegen uns hier am Limit. Eine weitere Absenkung würde ich für absolut ungut halten.“ Der Vize-Polizeipräsident wechselt als Sicherheitschef zur Deutschen Bahn. sib

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