Berlin : Gebärmüde

Bernd Matthies

Wir in Berlin würden ja gern mal wieder mit irgendetwas Erfolg haben. Also: Mit etwas Gutem, nicht mit so abseitigen Rekorden wie der weltweit am schnellsten insolventen Großdiskothek. Doch nichts klappt hier richtig, nicht mal das Kinderkriegen: Platz 30 in einer Statistik des Waschbrettbauch-Zentralorgans „Men’s Health“ – das ist nicht das, was wir beim Blick auf so gebärfreudige Regionen wie den Helmholtzplatz erwartet hätten.

Aber die rechte Brisanz gewinnt die Erhebung erst durch jene Städte, die mit ihren Geburtenraten weit vor uns stehen. Wiesbaden, Frankfurt, nun ja. Aber dann, an dritter Stelle: Bonn. Bzw. BONN! Sie haben sich die Last der Bundeshauptstadt abhandeln lassen, scheinbar gegen heftigen Widerstand, und enteilen nun in guter, zukunftsfroher Stimmung, gründen Familien in hübschen Villen am Rheinufer… Neid, na klar, und dass Chemnitz und Magdeburg noch weit hinter Berlin liegen, na, das ist nun auch kein Trost.

Allerdings: Men’s Health? Hm. Warten wir, bis kompetentere Blätter wie „Eltern“ das Thema aufgreifen. Dann reicht es bestimmt für Platz 29.

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