Geburtsort: Odeg : Kreißsaal auf Schienen

Im Odeg-Nahverkehrszug kam am Freitag ein Kind zur Welt. Zugpersonal musste schon mehrfach bei Geburten helfen.

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Geburtsort: Odeg. Was wohl im Pass des kleinen Menschen stehen wird? Foto: Odeg
Geburtsort: Odeg. Was wohl im Pass des kleinen Menschen stehen wird? Foto: Odeg

Forst - Wer bei der Bahn arbeitet, muss auf alles gefasst sein – und auf ungewöhnliche Situationen reagieren können. Mitarbeiter der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) haben am Freitag bewiesen, was sie so alles draufhaben – und dabei geholfen, einen Jungen gesund zur Welt zu bringen. Im Zug.

Nach Angaben der Odeg meldete eine Frau gegen 14.45 Uhr, kurz vor Abfahrt des Zuges auf der Linie RB 46 am Bahnhof Forst, dass bei ihr die Wehen eingesetzt hätten. Die Servicemitarbeiterin der Odeg, früher Schaffnerin genannt, alarmierte sofort den Notarzt. Doch es war zu spät. Kurz darauf seien die ersten Babyschreie aus der Bordtoilette zu hören gewesen, teilte die Odeg mit. Die Servicemitarbeiterin und der Triebfahrzeugführer hätten sich bis zum Eintreffen des Notarztes fürsorglich um die Mutter gekümmert. Nach seiner Ankunft habe dann der Arzt Baby und Mutter versorgt und ins Krankenhaus bringen lassen.

„Wir freuen uns, dass Mutter und Sohn wohlauf sind und wünschen beiden alles Gute“, sagte Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. Für das Zugpersonal sei dies ein ganz besonderes Ereignis gewesen. Man sei stolz, dass die Mitarbeiter so geistesgegenwärtig und mitfühlend reagiert hätten.

Die rund 15 Fahrgäste im Zug mussten rund eine Stunde auf die Abfahrt warten. Auch der Gegenzug musste ausfallen. Schuchmann bat die Fahrgäste um Verständnis „im Sinne des neugeborenen Lebens.“

Zugpersonal musste schon mehrfach bei Geburten helfen. In Frankreich kamen sogar in Hochgeschwindigkeitszügen schon Babys zur Welt. Auch Fähren oder Kreuzfahrtschiffe waren bereits Geburtsorte. Selbst in der Luft gab es schon Entbindungen im Flugzeug oder Hubschrauber.

Fast klassisch sind Geburten auf der Straße oder in Geschäften, wenn die nach Wehen alarmierte Feuerwehr nicht mehr rechtzeitig eintreffen kann. Und nicht immer sind Helfer dabei: Im Dezember 2008 fanden Polizisten in Kanada bei einer nächtlichen Streife eine blutende und schreiende Frau, die ihnen entgegen lief und sie bat, sich um ihr gerade geborenes Kind zu kümmern – was dann auch geschah.

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