Berlin : Gedächtniskirche – eine Herzenssache

Spendenaktion der Berliner Bank für die Sanierung brachte 22 450 Euro

Laufen für den Turm, backen für den Turm, ein Benefizkonzert – zur Rettung des alten Turms der Gedächtniskirche hat es schon einige Aktionen gegeben, um die Spendenbereitschaft der Berliner und der Touristen anzukurbeln. Vor einer Woche begann die Berliner Bank, für Spenden 10 000 rote Rosen für je 1 Euro zu verkaufen. Auf jede verkaufte Rose legte sie noch einen Euro drauf. Gestern überreichte Frank Gilly vom Bankvorstand dem Stiftungsvorsitzenden der Kirche, Prinz Friedrich Wilhelm, den symbolischen großen Scheck: 22 450 Euro.

Viele Käufer ließen sich die Rosen mehr kosten. Die Kirche weckt Emotionen. „Dies motiviert uns, den Spendenaufruf auch im neuen Jahr mit außergewöhnlichen Aktionen in der Stadt fortzusetzen“, sagte Gilly. Die Bank hat beispielsweise einen Fernsehspot über die Kirche produziert. Zu den „außergewöhnlichen Aktionen“ wollte sich der Bankvorstand noch nicht näher äußern. Ein Konzert soll dazugehören, auch die Aufnahme einer CD, auf der Hildegard Knefs Lied über die roten Rosen zeitgemäß ergänzt werden soll. Die Gedächtniskirche soll jedenfalls immer im Gespräch bleiben, um die Spenden für den alten Turm nicht abreißen zu lassen.

Noch vor einer Woche waren rund 150 000 Euro auf dem Spendenkonto, jetzt ist mit dem Rosengeld von Bevölkerung und Bank ein großer Brocken dazugekommen, auch von Hertha BSC erreichte die Kirche ein Spendenscheck in Höhe von 12 000 Euro. Das reicht aber noch längst nicht, um die Schäden am Mauerwerk der Turmruine zu beheben. Rund 3,5 Millionen Euro sind nötig, um das Berliner Wahrzeichen dauerhaft zu sichern. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung war in den letzten Wochen als Förderer von 1,5 Millionen Euro im Gespräch, gestern aber relativierte Behördensprecherin Petra Rohland die vorweihnachtlich frohe Botschaft.

Ob auch Berlin einen Teil beisteuern könne, hänge jetzt am Bund. Er müsse beschließen, ob er die Kirche, ein privates Denkmal, ins Denkmalschutz-Förderprogramm stelle, das bislang für die neuen Bundesländer und den Ostteil von Berlin gilt. „Wir müssen abwarten. Die Kirche liegt Senatorin Junge-Reyer am Herzen“, hieß es. C. v. L.

Die Stiftung im Netz:

www.gedaechtniskirche-berlin.de

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