Gedächtniskirche : Senat sucht Geldgeber

Die Wiederherstellung der Gedächtniskirche wird zum Politikum. Abgeordnete verschiedener Parteien fordern, dass der Senat sich finanziell an den Reparaturmaßnahmen für den Kirchturm beteiligt und die Sanierung nicht allein mit privaten Spenden bestritten wird. Fazit: Alle wollen den Turm erhalten.

Die Sanierung der Gedächtniskirche soll nicht nur privat finanziert werden müssen. Im Abgeordnetenhaus plädieren Fachpolitiker der Koalition und der Opposition dafür, dass der Senat sich an der Wiederherstellung des maroden Turms beteiligt. Christian Gaebler, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, schränkt ein: Finanzhilfe sei „die allerletzte Lösung, aber nicht die beste“.

Denn das Bauwerk auf dem Breitscheidplatz gehört der Kirche. Und die habe durchaus Einnahmen aus den Verhüllungsaktionen zu Werbezwecken, die dort stattgefunden haben. Die Reparaturarbeiten am Turm sollen, wie berichtet, zwischen 3,5 und 4,1 Millionen Euro kosten. Derzeit wird noch privat für die Sanierung des Turms gesammelt. Wenn der Senat schon jetzt Hilfsbereitschaft erkläre, so Gaebler, gebe es wieder Streit darüber, ob mit dem Geld nicht besser Turnhallen gebaut würden. Doch werde man „zu vernünftigen gemeinsamen Lösungen“ kommen, sagte der SPD-Politiker.

Ähnlich sieht es CDU-Kulturpolitiker Uwe Lehmann-Brauns. Die Gedächtniskirche gehöre zu den vier oder fünf wichtigsten Gebäuden der Stadt. Deshalb gehöre es zur „Verantwortung der Stadt“ dessen Erhaltung sicherzustellen. Der FDP-Stadtentwicklungspolitiker Albert Weingartner sagt ebenfalls, dass der Senat für ein solche „Monument von gesamtstädtischer Bedeutung“ Geld übrig haben müsse. Stefan Liebich von der Linkspartei sagt: Wenn das Geld, das privat gesammelt werde, nicht reiche, werde man weitersehen. Noch gebe es keinen Anlass, den Haushalt zu bemühen. In der Stadtentwicklungsverwaltung prüft man derzeit, ob und wenn ja wie die Kirche im Städtebauförderungsprogramm des Bundes untergebracht werden kann. Sprecherin Manuela Damianakis sagt, Bund, Land und der Eigentümer sollten die Sanierung des Turms gemeinsam bezahlen. wvb.

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