Berlin : Gedenken auf dem Bebelplatz Veranstaltung erinnerte an Bücherverbrennung

Rita Nikolow

Auf dem Bebelplatz, der vor 75 Jahren noch Opernplatz hieß, brannten am 10. Mai 1933 die Bücher von Heinrich und Thomas Mann und die Texte hunderter weiterer Autoren, die den Nationalsozialisten zuwider waren.

Das spanische Kulturinstitut „Instituto Cervantes“, die Stiftung „Tres Culturas“, die Humboldt Universität (HU) und die Berliner SPD erinnerten gestern auf dem Bebelplatz an jene Nacht von 75 Jahren – mit einem Mammut-Kulturprogramm, das den Dialog zwischen den Kulturen fördern sollte. „Wir dürfen die 12 Jahre nationalsozialistischer Terrorherrschaft nicht verdrängen“, sagte Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke. Berlin sei mittlerweile eine Stadt, in der Menschen aus mehr als 180 Nationen lebten. Die Bewohner müssten sich täglich um Toleranz und geistigen Austausch bemühen.

Zwischen elf und 18 Uhr kamen gestern mehrere hundert Berliner und Touristen auf den Bebelplatz, um unter anderem Vertonungen von Heinrich Heine und Bert Brecht zu hören, außerdem geistliche jüdische Musik und Jazz. Zu den Gesprächsgästen auf dem Podium gehörten der Präsident der HU, Christoph Markschies, die Präsidentin der Jüdischen Gemeinde von Berlin, Lala Süsskind und der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz.

Zum interkulturellen Dialog trug auch eine Gruppe von sieben Studenten bei, die als Dolmetscher ins Spanische, Englische, Französische und Russische zur Verfügung standen. „Die Besucher fragen, warum sich das spanische Kulturinstitut hier so stark engagiert“, sagte Nina Kühnel, Praktikantin des Instituto Cervantes. Der Einsatz der Spanier hängt mit dem Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 zusammen, das die Europäische Kommission ausgerufen hat. Die Spanier haben den Jahrestag der Bücherverbrennung in diesem Rahmen zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht. Rita Nikolow

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