Berlin : Gedenktafel erinnert an Synagoge Gebäude in Mitte wurde in Pogromnacht zerstört

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Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat am Sonntag mit dem Bezirksbürgermeister von Mitte, Joachim Zeller (CDU), einen Gedenkort und eine Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in der Kleinen Auguststraße 10 präsentiert. Gestaltung und Finanzierung des Erinnerungsensembles erfolgte durch die Stadtentwicklungsverwaltung, wie eine Sprecherin mitteilte.

Zwischen 1905 und 1906 wurde auf dem Grundstück Kleine Auguststraße 10 die Synagoge der Vereine Mogen David und Ahawas Scholaum gebaut und am 4. März 1906 geweiht. In der Pogromnacht von 1938 wurde das Gebäude zerstört. Nach dem Krieg wurden den Angaben der Senatsverwaltung zufolge Reste der Ruine als Stall genutzt und dann abgetragen. Mitte der 80er Jahre entstand auf diesem Grundstück eine Kindertagesstätte.

Bisher erinnerte nichts an die Synagoge. Senatorin Junge-Reyer unterstrich, es sei richtig, „dass auch an diesem Ort das Gedenken an die große kulturelle Vielfalt, die hier einmal herrschte und an deren grausame Zerstörung, möglich wird“. Die Gestaltung des Gedenkortes zeige, dass Projekte der Stadterneuerung über den bloßen Aspekt der Stadtreparatur hinaus auch dem Erhalt eines ungewöhnlich kulturell geprägten Teils des alten Berlin dienen. Die auf der Wand dargestellte Bauentwurfszeichnung als zusammengeknülltes und abgebranntes Papier thematisiere eindrucksvoll die Zerstörung des Gebäudes in der Reichspogromnacht. ddp

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