Gedenkveranstaltung : Berliner Schüler gedenken der Opfer von Winnenden

Einen Tag nach den Ereignissen von Winnenden können Berliner Schüler nicht zur Tagesordnung übergehen. Im Dom ist ein Gedenkgottesdienst geplant. Es gibt jedoch auch bereits Trittbrettfahrer des Amoklaufs.

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Ulrich-von-Hutten-Oberschule. Schweigeminute auf dem Schulhof -Foto: ddp

Berlin Mit einer Gedenkveranstaltung hat die Ulrich-von-Hutten-Oberschule (UvH) in Berlin-Lichtenrade am Donnerstag der Opfer des Amoklaufs von Winnenden in Baden-Württemberg gedacht. Auch an dieser Berliner Schule könne nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden, sagte Schulleiter Thomas Hungs in seiner Ansprache. Die auf dem Schulhof versammelten Schüler und Lehrer legten eine Schweigeminute ein und sprachen ein Gebet. Anschließend trugen sie sich in ein Kondolenzbuch ein, das an die Schule in Winnenden geschickt werden soll.

Die schrecklichen Ereignisse in Baden-Württemberg hätten Schüler und Lehrer zusammengeführt, sagte Hungs. Alle seien "hilflos" angesichts der Brutalität eines Einzelnen, der das Gemeinleben in Winnenden auf tragische Weise durcheinander gebracht habe. Nun komme es auch an der Berliner Schule darauf an, das Verhalten in den Klassen zu überdenken. Hungs rief die Schüler auf, sensibler miteinander umzugehen und niemanden auszugrenzen. Einige Schüler sprachen ihre Angst vor Nachahmungstaten aus. Obwohl ihre Schule bislang gewaltfrei sei, könnten solche Taten überall geschehen, sagte Schulsprecherin Lara Gnoss.

Andachten im Dom

Nach dem Amoklauf von Winnenden gibt es auch in Berlin bereits Trittbrettfahrer. An einer Schule in Berlin-Buch gab ein 13-Jähriger im Unterricht an, er werde so etwas wie der Amokläufer von Winnenden tun. Dort hatte ein 17-Jähriger am Mittwoch an einer Schule und auf der Flucht vor der Polizei 15 Menschen getötet und sich anschließend selbst erschossen.

Der Opfer von Winnenden wird am heutigen Donnerstag im Berliner Dom gedacht. Um 12 Uhr war eine Mittagsandacht geplant, eine weitere Andacht gibt es um 20 Uhr, wie die Gemeinde mitteilte. Außerdem wurde im Altarraum des Doms ein Tisch mit 17 Kerzen aufgestellt. 16 Kerzen erinnern an die Toten aus Baden-Württemberg, eine weitere steht für den am Montag in einem Container in Wilmersdorf tot aufgefundenen Säugling. (ho/jnb/dpa/ddp)

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