Berlin : Geduld, Humor und Freude in der Familie

Was Gäste des Geburtstagsempfangs Paul Spiegel wünschen

Elisabeth Binder

Wegen seines selbstlosen ehrenamtlichen Einsatzes gilt Paul Spiegel als großes Vorbild und ist zudem überaus beliebt. Deshalb spürte man an den guten Wünschen, die er zum Geburtstag bekam, eine sonst oft seltene echte Herzlichkeit. Michel Friedman wünschte dem Brückenbauer „in tiefer Freundschaft„Lust am Leben, Glück und Gesundheit“. Bundespräsident Johannes Rau wünschte „eine Zukunft in Frieden und Kraft für das Werk der Versöhnung, das sie tun“. Paul Spiegel selbst wünschte sich, „dass der Terror in Israel beendet wird“ und „dass es Frieden in der ganzen Welt geben wird.“ Einige gute Wünsche für Paul Spiegel, der seinen eigentlichen Geburtstag bereits Silvester gefeiert hat, haben wir schon vorab eingesammelt.

Iris Berben etwa hat so viele gute Wünsche für Paul Spiegel, dass sie erst mal nachdenken muss, welche ihr besonders am Herzen liegen:„Ich wünsche ihm Geduld bei einer Aufgabe, die jeden Tag Beharrlichkeit erfordert und selten schnelle Erfolge verspricht, die Lust, die Herausforderung immer wieder anzunehmen und dabei seinen wunderbaren Humor zu behalten.“

Beate Wedekind, wie Spiegel ehemalige Journalistin, hat als Produzentin auch berufliche Kontakte mit ihm:

„Ich wünsche ihm von Herzen, dass über all der Ernsthaftigkeit des Amtes, das er bekleidet, der überaus liebenswerte Mensch Paul Spiegel nicht in den Hintergrund rückt, und dass er bei all der Mühe und dem Aufwand, die das Amt mit sich bringt, die zweite Leidenschaft in seinem Leben nicht vergisst: das Agieren mit seinen Künstlern.“

Nach der Schulzeit in Warendorf im Münsterland wurde Paul Spiegel Journalist. Seit 1986 betreibt er eine eigene Künstleragentur, arbeitet mit Stars wie Modern Talking, Udo Jürgens, Jennifer Rush. Bereits seit 1967 engagierte er sich im Rat der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Seit 1993 war er einer der stellvertretenden Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Im Januar 2000 wurde er zum Präsidenten gewählt, im vergangenen Dezember in dem Amt bestätigt. Vor den Nazis floh die Familie 1939 nach Belgien, wo sie von katholischen Bauern versteckt wurde. Sein Vater überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach dem Krieg kehrte die Familie in ihren Heimatort zurück, allerdings ohne Spiegels ältere Schwester Rosa, die von den Nazis umgebracht worden war.

Der evangelische Bischof Wolfgang Huber bewundert, „wie Paul Spiegel als Jude trotz der schweren Geschichte seiner Familie Deutschland als seine Heimat angenommen hat. Ich wünsche ihm, dass ihm das nicht durch antisemitische Entgleisungen schwer gemacht wird. Dass er noch lange Zeit seine Stimme für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland erheben kann, ist meine Hoffnung, für uns alle“.

Chaim Z. Rozwaski, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dankt ihm zum Geburtstag für die vielfältige Arbeit, die er geleistet hat. Der Amerikaner wünscht ihm „viel Erfolg auf dem Weg, die jüdische Gemeinde in Deutschland zum Stolz der jüdischen Gemeinden Europas zu machen“. Und natürlich wünscht er ihm auch Gesundheit und Freude im Leben mit der Familie. „Ohne das geht es gar nicht.“

Der Unternehmer Michael Zehden kennt Paul Spiegel vor allem durch die gemeinsame Arbeit in verschiedenen Gremien: „Neben allem Privaten und Gesundheitlichen wünsche ich ihm, dass er in der sehr ausgeglichenen, sympathischen, aber doch resoluten Art weiterhin die Interessen und leider auch Ängste und Sorgen der jüdischen Mitbürger in Deutschland mit Nachdruck vertritt. Dass das nicht leicht ist, das ist wohl klar; ich wünsche ihm die notwendige Kraft, und dass er die für eine solch aufopferungsvolle Tätigkeit erforderliche Motivation behalten möge.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, hebt hervor, dass Paul Spiegel sich unermüdlich für die Toleranz in unserem Land einsetzt. Er bewundert „seinen Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus“ und will ihn dabei unterstützen, „wo immer es es darum geht, Gesicht zu zeigen“.

Sabine Christiansen wünscht ihm schlicht „von Herzen alles Gute“. Für sie übt Paul Spiegel sein Amt, „eines der schwierigsten, das hier zu Lande zu vergeben ist, unnachahmlich“ aus: „Er meistert den schwierigen Spagat zwischen der notwendigen Erinnerung an unsere Vergangenheit und der politischen Debatte des heutigen Deutschlands als unaufgeregter, aber im positiven Sinne unbequemer Bürger. Seine Stimme ist unverzichtbar.“

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