Berlin : Gefährdet Randale die friedlichen Demos?

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Laura von Wimmersperg (67) ist Mitbegründerin des Aktionsbündnisses „Achse des Friedens“, das einen Großteil der Proteste gegen den Bush-Besuch in Berlin koordiniert. Mit der Aktivistin sprach Ingo Bach.

Warum protestieren Sie gegen die Politik der Bush-Administration?

Weil diese Politik gefährlich für die Welt ist. Hinter Bush stehen Kräfte, die im Krieg ein lukratives Geschäft sehen. Die US-Regierung hat zahlreiche Abrüstungs- und Umweltverträge gekündigt. Und plant eine neue Generation von Atomwaffen, die Mini-Nukes. Das setzt die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen herab.

Fürchten Sie, dass Ihr Anliegen in den Hintergrund treten könnte, wenn es während des Bush-Besuches zu Krawallen kommt?

Unsere Klientel sind friedliebende Menschen. Wir wollen, dass es eine große Demonstration wird, und das kann nur gelingen, wenn es friedlich bleibt. Trotzdem kann man Krawalle nie ganz ausschließen. Doch unser Anliegen ist richtig und wichtig genug, dass es nicht in den Hintergrund treten wird.

Warum blieben beim Berlin-Besuch des russischen Präsidenten im April Proteste nahezu aus, während gegen die Visite des amerikanischen Präsidenten mobil gemacht wird?

Sicher, beides sind Supermächte. Aber die Politik der USA ist viel aggressiver als die Russlands. Russland hat weder das Interesse, für Öl Krieg im mittleren Osten zu führen, noch spricht man in Moskau davon, Massenvernichtungswaffen einzusetzen.

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