Gefährdetes Idyll : Wie kann man den neuen Park am Gleisdreieck schützen?

Im Park am Gleisdreieck müssen ständig Müll und Graffiti entfernt werden. Es gibt verschiedene Vorschläge, was dagegen zu tun ist. Was denken Sie? Diskutieren Sie mit!

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Höhenflug. Der neue Park am Gleisdreieck, Kostenpunkt 8,6 Millionen Euro, ist bei den Berlinern beliebt. Wenn da nur nicht vereinzelte Vandalismus-Phänomene wären. Foto: Mike Wolff
Höhenflug. Der neue Park am Gleisdreieck, Kostenpunkt 8,6 Millionen Euro, ist bei den Berlinern beliebt. Wenn da nur nicht...

Ein herrlicher Ort zum Verweilen. Diese Flächen mit dunkelgrauen und bräunlichgrünen Wackersteinen zwischen den Hainen erinnern an spirituelle japanische Steingärten. Jetzt rauscht im neuen Kreuzberger Park auf dem historischen Bahngelände am Gleisdreieck ein ICE vorbei. Die Bahntrassenwand ist mit bunten Graffiti besprüht, das ist dort sogar erlaubt, dem Ausdrucksbedürfnis wollen Deutsche Bahn und Nutzergesellschaft Grün Berlin zumindest an den Wänden Raum lassen. „Mahlzeit“, grüßt einer der Parkwächter den Mann mit seinem kleinen weißen Hund, der auf der mit Tag-Schriftzügen vollgeklierten Sitzbank eine Pause macht. „Können Sie Ihren Hund bitte anleinen?“ Kann er.

Langes Wochenend-Idyll am Wiedervereinigungsmontag im 8,6-Millionen- Euro-Park. Alle so schön grün hier, kaum Müll auf den Rasenflächen, der Park ist gut besucht. Die hellen weiten Holzbänke strahlen wohlige Wärme aus. Die Drainage, die, so sah es erst aus, herausgerissen wurde, ist durch Unterspülungen der Böschung nach Regen verschoben worden, sagt Parkstammgast Josef Lückerath. Wo ist in diesem Park einen Monat nach seiner Eröffnung denn das Problem?

Gleisdreieck-Park beschmiert
Der Drang zur Verewigung.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Tsp
25.09.2011 13:19Der Drang zur Verewigung.

Man sieht es am besten spätabends und frühmorgens. Wenn wieder die Putzkolonnen Autos mit Müll vollladen; große Container gibt es hier nicht. Wenn Scherben weggeschleuderter Flaschen zusammengekehrt, die Tag-Schriftzüge auf den grauen runden Mülleimern übergemalt und die Graffiti von den Bänken geschliffen werden. Die Sitzfläche wird wohl immer dünner mit den Jahren. Schilder wurden samt Betonsockel rausgerissen, im Tümpel versenkt. Ein gefährdetes Idyll ist der neue Ost-Park, der Westteil wird bald für 10 Millionen Euro in einen Vorzeigepark verwandelt. Im Ostteil blieben 40 Prozent der wilden Flächen des Anhalter Bahnhofs und des Potsdamer-Platz-Logistikbahnhofs unberührt. Soll man alles sicherheitshalber umzäunen, um den Park nachts vor Provokateuren zu schützen?

Was sagen Politiker und Experten? Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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