Berlin : Gefährlich geschnitten und ausgebremst Doch kein Mordversuch:

Bewährungsstrafe für Autofahrer

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Im Prozess um einen Mordversuch auf der Stadtautobahn ist der Angeklagte gestern mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Landgericht sprach den 42jährigen Handwerksmeister Frank F. nach viermonatiger Untersuchungshaft der fahrlässigen Körperverletzung, der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie der Unfallflucht schuldig und verhängte eine Strafe von 21 Monaten Haft auf Bewährung. Zudem wurde F. für zwei Jahre der Führerschein entzogen. Der Vorwurf des Mordversuchs wurde fallen gelassen.

Der Elektriker hatte im Mai 2000 nach einer vorausgegangenen Auseinandersetzung einen 39-jährigen Motorradfahrer auf der Stadtautobahn geschnitten, so dass es zum Unfall kam. Für die Richter hatte F. seinen Wagen am 29. Mai 2000 absichtlich nach links gezogen, um seinen Kontrahenten zu schneiden. Dass er so den Unfall bewusst provoziert habe, sei aber nicht nachzuweisen, hieß es im Urteil. Der Yamaha-Fahrer überschlug sich mehrfach und blieb auf der Mittelspur liegen. Er kam mit einem Schädelhirntrauma, einem gebrochenen Zeh und Prellungen davon. Dem Unfall war eine Art Autorennen durch Wedding nach einem Streit ums Drängeln an einer Kreuzung vorausgegangen. Die Richter gingen davon aus, dass der Pankower F. „die Gefahr, nicht aber den Unfall“ billigend in Kauf genommen habe.

Der Angeklagte hatte vor Gericht zugegeben, dass er auf die Spur des Motorradfahrers gewechselt war, „um zu zeigen, dass ich ihn wiedererkannt habe und um ihn langsam zum Stoppen zu bringen“. Aus seiner Sicht sei es dem Yamaha-Fahrer möglich gewesen, rechtzeitig zu bremsen. K.G.

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