Berlin : Gefährliche Spinner

Derzeit treten wieder massenhaft Raupen auf, die nicht nur Eichen zu schaffen machen.

Gefräßig. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners besitzen Brennhaare. Foto: dpa
Gefräßig. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners besitzen Brennhaare. Foto: dpaFoto: dpa

Potsdam/Berlin - Das Weltkulturerbe in der Landeshauptstadt erlebt eine Masseninvasion: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sich im Neuen Garten, in den Parks Sanssouci und Babelsberg sowie auf der Pfaueninsel ausgebreitet  – viel stärker als die Schlösserstiftung noch bis vor wenigen Tagen angenommen hat. Am schlimmsten hat es den Neuen Garten erwischt. Mit rund 200 Raupennestern befindet sich mehr als die Hälfte der bislang entdeckten gut 350 Gelege in dem Park am Heiligen See. Zahlreiche Eichen seien befallen, sagte Michael Rohde, Gartendirektor der Schlösserstiftung. Auf der Berliner Pfaueninsel sind rund 100 Nester. „Es ist schlimmer, als wir vermutet haben.“

Die Schlösserstiftung startet daher eine Offensive gegen die Schmetterlingsraupen, deren Brennhaare beim Menschen schwere Haut- und Augenreizungen sowie Atemwegserkrankungen auslösen können. Zunächst würden alle bislang entdeckten Nester beseitigt, sagte Rohde. Ziel sei die vollständige Beseitigung der Raupennester in allen Welterbegärten. An allen Parkeingängen seien bereits Warnschilder für die Besucher angebracht worden. An eine Schließung denke die Stiftung nicht.

Aber auch im Stadtgebiet der Landeshauptstadt und in vielen Grünanlagen Berlins nimmt die Belastung durch die Raupen zu. So sind in Potsdam mehrere Schulen, Kitas, Spielplätze und der Kulturstandort Schiffbauergasse betroffen. Nach Angaben der Stadt seien die Nester entfernt worden. Meldungen aus Berlin gibt es zum Beispiel aus Karlshorst oder dem Volkspark Friedrichshain. „Wir bitten die Bevölkerung um besondere Vorsicht“, teilte der Lichtenberger Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel, mit (CDU) und warnte davor, Raupen und Gespinste zu berühren. „Eltern sollten das Thema mit ihren Kindern, auch anhand von Fotos aus dem Internet, besprechen“, so Nünthel. Zudem empfiehlt er, Hunde in den betroffenen Gebieten an der Leine zu führen.

Potsdams Stadtverwaltung wies zudem darauf hin, dass für die Bekämpfung der Raupennester der jeweilige Grundstückseigentümer verantwortlich ist, also auch Privatleute und Wohnungsbaugesellschaften. Die Behörden raten aber dringend ab, zur Selbsthilfe zu schreiten. Vielmehr sollten qualifizierte Firmen der Schädlingsbekämpfung oder des Garten- und Landschaftsbaus eingeschaltet werden. pee/ling

Fragen beantwortet das Potsdamer Gesundheitsamt unter  (0331) 289 23-71/72 und das Berliner Pflanzenschutzamt unter der Nummer (030) 70 00 06 - 240. Behördenzentralnummer: 115

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