Berlin : Gefährlicher Einsatz: Retter in Quarantäne Bulgarien-Urlauber starb plötzlich

Verdacht auf infektiöse Krankheit

Tanja Buntrock

Eine mysteriöse Infektionskrankheit beunruhigt die Berliner Behörden. Eine 41-jährige Frau liegt im Krankenhaus, ein zehnjähriger Junge, sechs Berliner Feuerwehrmänner sowie Polizisten mehrerer Dienststellen stehen unter häuslicher Quarantäne. Das bestätigte die Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung Roswitha Steinbrenner gestern.

Die Ursache für den Quarantäne-Alarm war ein Einsatz in der Nacht zu Sonntag: Die Feuerwehrleute waren in die Konrad-Wolf-Straße in Hohenschönhausen gerufen worden. Sie versuchten, dort einen 45-jährigen Mann in seiner Wohnung zu reanimieren. Ohne Erfolg, der Mann starb noch in der Wohnung. „Die Feuerwehrleute hatten schon während der Reanimation den Verdacht, dass der Mann an einer Infektion erkrankt sein könnte“, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme. Verschiedene Symptome hätten darauf hingedeutet. Weil sich die Ehefrau möglicherweise angesteckt haben könnte, kam sie in ärztliche Behandlung. „Sie wurde von einer Amtsärztin untersucht, die dann eine Verlegung auf die infektiologische Station ins Virchow-Klinikum veranlasst hat“, sagte Roswitha Steinbrenner. Der Frau soll es nach Tagesspiegel-Informationen schon wieder besser gehen. Die Feuerwehrleute und Polizisten müssen nach einer amtsärztlichen Empfehlung in nächster Zeit den Kontakt zu anderen meiden und ihre Wohnungen nicht verlassen. Dem zehnjährigen Jungen, der bei dem Ehepaar zu Besuch war, seien die „üblichen Verhaltensregeln in so einem Fall“ auferlegt worden: Das bedeute vor allem keinen Kontakt mit anderen Personen. Das Ehepaar soll vor kurzem im Urlaub in Bulgarien gewesen sein. Man könne nicht ausschließen, dass der Mann sich dort eine Infektion zugezogen hat. „Genaues wissen wir nicht. Noch ist die Todesursache unklar“, sagte Broemme. Der Tote werde von Gerichtsmedizinern untersucht, um die Todesursache festzustellen.

Besonders tragisch war die Infektion eines vierjährigen Jungen im März dieses Jahres, der an der gefährlichen Meningokokken-Meningitis starb. Zuvor waren seine Eltern zweimal dabei gescheitert, das Kind ins Krankenhaus zu bringen. Beide Male wurde die Hirnhautentzündung nicht erkannt. Als der Junge endlich in der Klinik aufgenommen wurde, war es zu spät.

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