Berlin : Gefälschte Semestertickets

Eingeschweißte Studentenausweise werden aber nicht eingezogen

Klaus Kurpjuweit

Seit Beginn des Wintersemesters sind nach Angaben der BVG vermehrt gefälschte Semestertickets im Umlauf. Das Semesterticket gilt auch als Fahrschein für den Nahverkehr. In den vergangenen Tagen hatten Kontrolleure deshalb Studentenausweise, die zum Schutz eingeschweißt waren, rigoros eingezogen. Bei eingeschweißten Ausweisen sei eine Kontrolle der Sicherheitsmerkmale nicht möglich, argumentierte die BVG. Deshalb betrachteten die Verkehrsbetriebe die Karten zunächst prinzipiell als Fälschung. Erst nach einer Prüfung in den jeweiligen Zentralen erhielten Studenten, deren Karten trotz der Einschweißung in Ordnung waren, ihre Tickets zurück. Angaben, wie viele Tickets tatsächlich gefälscht waren, gab es nicht. Vorwürfe, die Kontrollen seien auf den häufig von Studenten genutzten Linien drastisch erhöht worden, wies die BVG zurück.

Das so genannte Laminieren von Fahrscheinen ist nicht gestattet; darauf seien die Universitäten auch hingewiesen worden, erklärte die BVG. Während die Technische Universität Plastikkarten verwendet, geben die anderen Unis Papierausweise aus. Zum besseren Schutz werden sie häufig von den Studenten eingeschweißt. Auf das generelle Einziehen dieser Tickets wollten die Verkehrsunternehmen jetzt nach heftigen Protesten von Studenten verzichten, so die BVG. Die Kontrolle werde aber „sehr gründlich“ sein. Bei einem Fälschungsverdacht muss die Karte zur Prüfung in der Zentrale vorgelegt werden.

Doch nicht nur das Vorgehen bei den Kontrollen hat die Studenten verärgert. BVG und S-Bahn, die das Semesterticket nie so recht wollten, planen, den Preis von 109 Euro auf 115 Euro zu erhöhen, was einer Steigerung um 5,5 Prozent entspricht. Ab einer Erhöhung von fünf Prozent sind jedoch neue Urabstimmungen zum Semesterticket erforderlich, für das alle Studenten zahlen müssen. Lehnen die Studenten den neuen Preis ab, sind die Verkehrsbetriebe auch das Semesterticket los.

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