Berlin : Gefangen im Gewirr der Gefühle

Szenen einer Ehe: Christiane Paul und Marc Hosemann drehen am Sony-Center und im Casino am Alex. In der Beziehungskomödie geht es um die Angst, eigene Träume für die Liebe aufzugeben

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Auf einer Baustelle an der Auguststraße in Mitte steht Christiane Paul am helligten Tag in einem glänzend roten Abendkleid. Sie telefoniert. Unter den Achseln blitzen weiße Papiertücher hevor, die ihr eine Assistentin in der Drehpause hektisch unter die Arme geklemmt hatte. Es ist heiß am Set und das edle Outfit soll auch in der nächsten Szene noch ohne Schweißflecken glänzen.

„Reine Formsache“ – so heißt das Werk von Regisseur Ralf Huettner, das derzeit in Berlin gedreht wird. Am Montag war die Presse zum Set geladen. Der Titel meint die Scheidung, auf die alles zuzulaufen scheint in diesem gordischen Gewirr der Gefühle.

Mittendrin steckt Christiane Paul alias Pola, die die Sperenzchen ihres Mannes Felix endgültig satt hat. Der ist lieber Filou als braver Hausmann, aber deshalb seine Pola ganz aufgeben? Denkste! „Felix versucht mit allen Tricks, Pola zurückzugewinnen“, sagt Marc Hosemann über seine Rolle. Kennengelernt hatte sich das Paar auf der Hochzeit von Gustav (Bastian Pastewka) und Effi (Floriane Daniel), die nun mit ihren eigenen Eheproblemen ausgelastet sind. „Ich denke, jeder kennt das Gefühl, wenn man Kompromisse macht für eine Beziehung und dabei Angst bekommt, eigene Träume aufgeben zu müssen“, sagt Christiane Paul.

Barbesitzer Wito (Oliver Korittke) und seine Frau Ada (Petra Schmidt-Schaller) hängen genauso mit drin in im Beziehungsdurcheinander wie Felix’ Vater, gespielt von Michael Gwisdek.

Eine romantische Rolle für Christiane Paul, die Ärztetochter aus Pankow, die schon mit 15 Jahren bei einem Vogue-Modellwettbewerb entdeckt wird. Mit 17 gibt Nikolaus Schilling dem Nachwuchstalent die erste Filmrolle in „Deutschlandfieber“ (1991). Zwei Jahre später steht sie mit Götz George für „Ich und Christine“ vor der Kamera, 1997 mit Til Schweiger für „Knockin’ On Heaven’s Door“.

Christiane Paul spielt Theater, dreht Kinofilme, arbeitet fürs Fernsehen und promoviert nebenbei in Medizin. Vor etwas über einem Jahr hängte die 31-Jährige Ärztin den weißen Kittel endgültig an den Haken - für die Schauspielerei. Für „Reine Formsache“ steht sie noch bis September am Potsdamer Platz, im Casino am Alex und im italienischen Restaurant „Il Calice“ vor der Kamera.

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