Berlin : Gefangen in Mammons Klauen

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STADTMENSCHEN

In diesen klammen Zeiten scheint Berlins Finanzkrise allgegenwärtig. Wer wollte, konnte sogar die Premiere des Theaterstücks „Jedermann“ im Berliner Dom am Donnerstagabend als Parabel auf die Haushaltsnot lesen. „Was hilft das Jammern, liebe Frau – der Mammon hat mich in der Klau“, heißt es da zum Beispiel. So ähnlich dürfte sich auch der Finanzsenator äußern, wenn ihm Sozialsenatorin Heidi Knake–Werner mal wieder mehr Geld abringen möchte. Die PDS–Politikerin war unter den gut 500 Premierengästen, die die Wiederaufnahme des seit 16 Jahren gezeigten Schauspiels mit Sekt und Büfett im Opernpalais feierten. Über das Stück gingen die Meinungen auseinander. Während der Vertriebsvorsitzende des JedermannSponsors Bewag, Klaus Pitschke, sich von der Leistung des 100-köpfigen Ensembles um Brigitte Grothum begeistert zeigte, stöhnte manch ein Premierengast über die doch arg moralschwere und statische Inszenierung des religiösen Lehrstücks von Hugo von Hofmannsthal. Keinen Zweifel gab es darüber, dass es Grothum mal wieder gelungen war, ein sehr prominentes Ensemble zusammenzustellen. Unter die Premierengäste mischten sich nach der Aufführung unter anderem Georg Preuße alias Mary, der in diesem Jahr den Jedermann spielt, Elke Sommer, Brigitte Mira und Wolfgang Lippert. Besondere Aufmerksamkeit erregte Ilja Richter, der sich für seine mit Szenenapplaus bedachte Rolle des „Mammon“ einen langen grauen Zopf im Lagerfeld-Look anschweißen ließ. lvt

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