Berlin : Gefühlte DDR

Lothar Heinke

In drei Wochen wird im Dom-Aquaree das DDR-Museum zur Alltagskultur in einem vergangenen Staat eröffnet. Mit fünf Euro sind Sie dabei, zu fühlen und zu riechen, wie es ist, wenn die DDR auf 400 Quadratmetern aus Ruinen aufersteht. Es ist ein sicher ebenso umstrittenes wie aufregendes Unterfangen, die verschiedenen Facetten des Alltags von 16 Millionen Deutschen zu präsentieren. Man darf wirklich gespannt sein, was die Aufbaubrigade am Spreeufer, wo einstmals das Palasthotel stand, zustande bringt. Ostalgie-Show? Warenlager mit Trabbi-Ersatzteilen? Bücherkiste? Polit-Kitsch? Heimattümelei? Kollektiver Volksmusikwahn? Spee und Stasi in einem Abwasch? Sandmännchens Wachparade? Ist ja alles möglich in einem Museum, von dem jeder etwas anderes erwartet. Wir nun wollten schon mal vorneweg gucken, wie die Museologen an die DDR-Sache herangehen. Und fragen, was ihnen noch fehlt, vielleicht eine „Wartburg“-Anmeldung von 1973 mit 15-jähriger Laufzeit? Leider haben sie keine Zeit für uns. Nur diesen verräterischen Satz: „Reichen Sie doch bitte Ihre Fragen vorher ein.“ Wahrhaft, echtes DDR-Feeling. Fängt schon mal gut an.

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