Berlin : Gefühlte Frische

Elisabeth Binder

über den Ferienkitzel vom Straßenrand Ferienlaune kann man sich auch verschaffen, wenn man den Sommer in der Stadt verbringt. Ein gutes Rezept dafür ist der feierabendliche Einkauf an einem Marktstand. Je improvisierter der aussieht, desto besser. Ein paar wackelige Kisten, auf denen malerisch zerstreutes buntes Gemüse sich ausbreitet. Wunderbar. Auch wenn man nur mal rasch an der Clayallee anhält, fühlt man sich gleich wie in einem mediterranen Dorf. So einzukaufen, ist keine Arbeit wie im künstlich ausgeleuchteten Supermarkt, sondern ein wohliger Kitzel des urmenschlichen Sammlerinstinkts. Auch das Ende der Spargelsaison markiert keinen wirklichen Abschied. Die meisten Stände bleiben noch. Trotzdem lohnt es, zwischendurch die rosa Sonnenbrille mal kurz abzusetzen. Die gefühlte Frische am Straßenrand kann trügerisch sein, die Beute ist manchmal matschig. Macht aber nichts. Erholung kommt auf vielen Wegen. Die nächste Stufe der Ferientherapie: selber pflücken bei einem Bauern in der Umgebung.

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